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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1931-01-01 · 29 (1931) · p. Seite 42

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
29 (1931)
Article
Zur Weltlage der Juden im 20. Jahrhundert
Date
1931-01-01
Page
Seite 42 (sequence 14)
Language
German
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noch heute beherrscht durch den letzten bedeutenden liberalen Theoretiker, John Stuart Mill, der die von ihm anerkannte und beklagte kapitalistische Not nach Malthus'scher Weise aus der „Uebervölkerung“ erklärte. Die Lehre hat so gut wie allen Kredit verloren, aber es dauert bekanntlich immer mindestens ein Menschenalter, bevor neue Errungenschaften der Staats- und Gesellschaftswissenchaft aus der Stube der Gelehrten bis in die Säle der Parlamente und die Kabinette der Minister Vordringen. Diese Umwertung aller Werte wird in Australien und Neu-Seeland dadurch gefördert werden, daß die Einwanderung weißer Europäer auf die Dauer das einzige Mittel ist, um die den Australiern auf äußerste unerwünschte Einwanderung von Angehörigen der gelben Rasse, d. h. von Chinesen und Japanern zu verhindern. Japans Bevölkerung staut sich in gefährlichem Maße, und das Land ist mächtig und stark genug, um vielleicht einmal mit Gewalt den Zuzug zu diesen großartigen Landreserven erzwingen zu wollen, die purer Unverstand brach liegen läßt. In diesem Zusammenhang wird es nötig sein, einige Worte über Palästina zu sprechen, wo sich der arabische Nationalismus schon heute gegen die jüdische Einwanderung empört, lange bevor die industrielle Erziehung des fast ganz agrarischen Volkes vollendet ist. Das liegt daran, daß die Juden hierhin mit ganz anderen Erwartungen 42

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