Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Ludwig Stein
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 8)
- Language
- German
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Systeme der Vorzeit uns eine universale Weltanschauung zurechtkonstruiert haben. Soziologie wird von ihm umschrieben als der Inbegriff des bewußten Gestaltens und Umgestaltens sozialer und politischer, ja überhaupt kultureller Lebens - beziehungen einerseits, als Wissenschaft von diesem bewußten Gestalten andererseits. Diese beiden so zusammenhängenden Momente würden sich also verhalten wie Geschichte machende und Geschichte schreibende Funktion. Steins Hauptwerk, „Die soziale Frage im Lichte der Philosophie“ (in mehrere Sprachen übertragen), seine Schriften, „Sinn des Daseins“ (auch französisch: „Le sens de 1‘existence“), „Der soziale Optimismus“, „Einführung in die Soziologie“ und sein englisch verfaßtes Buch „Evolution and Optimism“, legen beredtes Zeugnis ab von seiner mannigfaltigen und fruchtbaren Tätigkeit auf dem Gebiete der Soziologie und Sozialphilosophie. Die Erkenntnis der ewigen Interessen des Menschengeschlechtes war ein Grundelement in Steins Denken, und sein fester Glaube an die Möglichkeit, jene zu befriedigen, das Zusammentragen von Tatsachen und Bekenntnissen, die den Optimismus künden, der „soziale Optimismus“ war sein zweiter Lieblingsgedanke. Steins Diagnose als Soziologe ging dahin, daß es die in ein „sozialisiertes Milieu“ hineingeborenen Nachkommen unvergleichlich leichter haben werden, 26