Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Berlin
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 173 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- 173 — neuer Zeit zu finden. Der Gegenwart diente die Aufklärung über die wichtigsten lüdischen Probleme, die mit den weltgeschichtlichen Umwälzungen in innigem Zusammenhänge stehen, Tagessragen, die die Gegenwart bewegten und erschütterten. Das Quellenmaterial war auch hierfür das jüdische Schrifttum. Ueberschauen wir das Ganze der in den Vereinsjahren geleisteten Arbeit, so empfinden wir gerechten Stolz und tiefste Bewunderung. Ueberall ist die sichere, geübte und vertraute Hand der Leitung zu spüren: in der Auswahl der Redner sowohl als auch in den Aufgaben, die an die Redner gestellt wurden. Zu Beginn eines Vereinsjahres erhielten die Mitglieder zugleich mit dem Programm Ziel und Richtung der Wintertätigkeit angedeutet■*)• Die im Laufe der Zeit gehaltenen Vorträge belaufen sich auf etwa 300, auf durchschnittlich 10 bis 12 Vorträge im Winterhalbjahr. Wir müssen es uns versagen, hier alle Vorträge aufzuzählen: nur einige wenige") sollen genannt werden und zeigen, daß alle Wissensgebiete in den Kreis der Beachtung und Belehrung gezogen wurden, und dies von Männern und Frauen, die wir zu den Besten unseres Vaterlandes zählen. Im Vordergründe standen Vorträge, die dieVibel in ihrer universalen Bedeutung beleuchteten. So sprachen Hugo Ereßmann, Berlin, über „Die Eigenart der biblischen Spruchweisheit", Gunkel, Gießen, „Die Entstehung der Psalmen", Steinthal, „Das Buch Daniel", Strack, „Der Gottesglaube der Propheten Arnos und Hosea", Rahida Remy, „Das Gebet in Bibel und Talmud". Religionswissenschaftliche Themata behandelten: Alfred Jeremias, „Die Religion Israels im Rahmen der allgemeinen Religionswissenschaft", Hermann Cohen. „Die Messiasidee", G. Klein, Stockholm, „Die jüdischen Quellen der Theologie des Paulus", Wünsche, Dresden. „Dis Freude im alten Testament". Die Philosophie und besonders die Ethik gab reichlich Stoff zu interessanten Vorträgen: