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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 160

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Die Juden im Amerika spanischer Zunge
Date
1927-01-01
Page
160 (sequence 22)
Language
German
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. - 160 — : Antonio de Pereira, zweihundert Peitschenhiebe erhielt» weil er vor Zeugen geäußert hatte: „Seht, was dies für ein Land ist. . Die Hexen läßt man frei herumlaufen, und Ana de Castro verbrennt man. Christus hin, Christus her! War etwa Christus nicht auch ein Jude?"^) Selbst der „Indianische Rat" rügte das Glaubensgericht wegen seines Vorgehens. Er warf ihm allerdings nur einen Formfehler vor und meinte, daß man die Verbrennung hätte vermeiden können, da das Opfer nach dem Urteilsspruch noch einmal um eine Unterredung gebeten hätte, und man dasselbe bei dieser leicht hätte bekehren können. Nach den Gesetzen der Inquisition wurde ein Sünder, der nach seiner Verurteilung widerrief, nur in soweit begnadigt, das man ihn angesichts des Scheiterhaufens erst erdrosselte und dann seinen Leichnam den Flammen übergab. Der Unterschied wäre also nicht groß gewesen, selbst wenn man Ana de Castro noch hätte bekehren können, was stark bezweifelt werden muß. Einige Jahre später fand aber in Lima ein Ereignis statt, bei dem der Treppenwitz der Weltgeschichte wieder einmal zum Vorschein kam. Das Glaubens gericht verhaftete nämlich als des Judentums dringend verdächtig einen Gutsbesitzer aus der Umgegend des peruanischen Städtchens Jca. Dieser Mann Juan de Loyal«, war aber ein Nachkomme des Gründers des Jesuitenordens, während ICA der abgekürzte Name einer Gesellschaft ist, die heute .jüdische Ackerbaukolonien in Südamerika gründet Juan Loyala starb im Kerker, doch stellte sich später seine Unschuld heraus. Im nächsten Autodafö wurde daher eine silberne Statue des Dahingeschiedenen in Gegenwart seiner Verwandten und hoher geistlicher wie weltlicher Würdenträger freigesprochen und dann hoch zu Roß durch die Straßen Limas geführt. Sein Leichnam, den man ursprünglich in eine Grube geworfen hatte, wurde feierlich auf einem Kirchhofe beigesetzt, seine Angeber aber, meist Negersklaven, wurden öffentlich gegeißelt und dann zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Schon ein Jahrhundert früher war die Limenser In» quisition in einer uns heute mehr heiter als tragisch

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