Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Die Juden im Amerika spanischer Zunge
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 158 (sequence 20)
- Language
- German
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-.158 — gegen Perez und Genossen liest man auch keine Anklage wegen Verhöhnung eines Christusbildes oder eines anderen Symboles der katholischen Religiöses handelt sich offenbar um eine spätere Ausschmückung des Volksmundes. Jahrelang dauerte die Untersuchung, während welcher Mencia de Lara auf der Folter starb, und Manuel Paz sich im Kerker selbst das Leben nahm Erst am 23. Januar 1639 fand das Autodafe statt, in welchem elf hartnäckige, verstockte Juden verbrannt wurden. Die hervorragendsten unter ihnen waren der schon erwähnte Manuel Perez, welcher das Amt des Rabbiners — des „großen Hauptmanns" sagen die Akten — bekleidet hatte, sowie unser Mer Bekannter, der Arzt Franzisco Silva. Dasselbe Schicksal teilten mit ihnen Diego Lopez de Fonseca, Juan Rodriguez de Silva, Juan Acevedo, Luis de Silva, Vaez Perreira, Tomas Cuaresma, Sebastian Duarte; Enrique de Paz und Manuel Spinoza schworen im letzten Augenblicke den Glauben ihrer Väter ab und wurden daher aus Gnade auf der Richtstätte erst erdrosselt; dann übergab man ihre Leichname den Flammen. Man hatte, um die zahlreichen Zuschauer vor den Sonnenstrahlen zu schützen, den Richtplatz mit einem gewaltigem Segeltuche überwölbt; doch riß wenige Augenblicke vor dem Anzünden der Scheiterhaufen ein Windstoß dasselbe in Stücke. „Dieser Sturm ist ein Bote Gottes" rief Perez unerschrocken in die Volksmenge hinein, „er will den Tod seiner Bekenner von Angesicht zu Angesicht schauen."^) Eine Anzahl anderer „judaizantes" bereute ihren Unglauben, wurde gegeißelt und zu verschiedenen Strafen verurteilt; viele waren zur Zeit geflüchtet. Auch über dieses Autodafe, das mit ganz besonderem Pompe gefeiert wurde, existiert aus der Feder des Lizentiaten Fernando de Montesino eine ausführliche Schilderung, die sich heute in der Universitätsbibliothek von Sevilla befindet. Als besonders, geschmackvolle Neuerung erwähnt der Chronist, daß man dem Doktor Silva seine Schriften und Bücher in Pergamentrollen an den Hals band, und so mit ihm verbrannte?*) Nach dieser großen Razzia wollte die Inquisition alle portugiesischen Untertanen in Peru, an deren Recht-