Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Die Juden im Amerika spanischer Zunge
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 149 (sequence 11)
- Language
- German
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— 149 — scanen verdächtig erschienen, das Verlassen derselben, wobei «r besonders aus die in ihrem Besitze befindlichen hebräischen Bücher, spanischen Bibelübersetzungen oder mit hebräischen, Inschriften oder Abzeichen versehenen Münzen fahndete?') Die Zivilbehörden ihrerseits protestierten gegen das eigen* Mächtige Vorgehen der Inquisition bei dem Vizekönig in Lima, wagten aber selbst nicht dem Mißbrauche zu steuern.. Letzterer antwortete in einem „Eintrachtsdekret"'") (im Jahre 1619), daß das heilige Amt der Inquisition dem Landen von Einwanderern keine Schwierigkeiten in den Weg legen sollte. Da aber dieser Befehl, wie es scheint, Von der Zentralbehörde der Inquisition nicht befürwortet wurde, so kümmerte sich der Glaubensrichter am La Plata nicht viel utti; die vizekönigliche Verordnung. Er hatte dazu ein gewisses Recht, denn bei Gründung der Inquisition in Amerika war ausdrücklich der Grundsatz ausgesprochen worden, daß mit, Ausnahme des in Sevilla amtierenden Kolonialraies keine. Behörde dem Glaubensgerichte in den spanischen Kolonien Vorschriften zu machen habe. - Die eigenartige, Auslegung des Toleranzdekretes von Seiten des bonarenser Eiferers hätte daher von der Vorgesetzten Jnquisitionsbehörde in Lima oder von dem „indianischen Rate" des Mutterlandes gemißbilligt werden müssen. Aber mcht nur den weltlichen Behörden, sondern, nuch der übrigen Geistlichkeit am La Plata schien die Tätigkeit des Lizentiaten Franzisco de Trejo — so war fein Name — lästig. Denn am 31. Dezember 1618 beschwerte sich letzterer bei dem Großinquisitor zu Lima. Laß die Mönche von Buenos Aires die portugiesischen Juden heimlich von den Schiffen herunterholten, sie bei sich versteckten, um sie mit Kreolinnen zu verheiraten'*) And ihnen dann die Abreise in das Innere erleichterten. Dort sei aber jede geistige Aufsicht fast unmöglich. Als im folgenden Jahre ein angesehener, aus Italien stammender Gelehrter und Arzt namens Diego Manuel landen wollte, widersetzte sich Franzisco de Trejo, der in Erfahrung gebracht hatte, daß derselbe dem Judentum anhänge, mit Hrfolg dieser Absicht, und zwang den Doktor, mit einem, «deren Schiffe wieder nach Brasilien zurückzukehren.