Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Die Juden im Amerika spanischer Zunge
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 148 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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r- 1i8 - Seeräuber" im Karaibenmeer berichtet werden. Um bei der Strandung oder Eroberung der feindlichen Schiffe gleich bei der Hand zu sein, war das Jnquisitionsamt nicht irr der Hauptstadt der Generalkapitänschaft, in Santiago, sondern, wie schon erwähnt, in dem Hafen Cvncepcion beheimatet. Es sollte das Eindringen nichtkatholischer Elemente vom Stillen Ozean aus verhüten, während auf der Seite des Atlantischen Meeres diese Ausgabe der Stadt Buenos Aires, Hauptort der Goubernation La Plata, zusiel. Es war dies der einzige Hafen, den die Spanier dauernd an der Ostküste Südamerikas in der Hand Ijatten.17} Dem La Plata Lande benachbart lag das ehemalig portugisische Brasilien, und da die Krone Lusitaniens mit der Kastiliens, wie schon erwähnt, von 1580—1640 vereinigt war, so konnte der Handel zwischen Buenos Aires und den brasilianischen Häfen trotz der Opposition der am Zwischenhandel interessierten Kreise während dieser sechzig Jahre nicht völlig verboten werden.'^) Die auf portugiesischen 'Schiffen landenden Passagiere bereiteten dem bonarenser Glaubenstribunal aber viele Kopfschmerzen, denn es befanden sich unter ihnen erschreckend viel heimliche Juden, die vom La Plata aus sich nach Tucuman, Potosi oder anderen Orten des Innern begeben wollten. - So hatte man gleich am Beginn des 17. Jahrhunderts einen Einwanderer namens Diego Perez de Acosta eingekerkert, der nichts weniger als der leibliche Bruder des Bischofs von Tucuman war. Aber bevor man noch den Häftling zur Aburteilung nach Lima senden konnte, entwich er und flüchtete sich aus einem Schiffe nach Italien, wo er öffentlich sein Judentum bekannte. Als nun das Toleranzedikt von 1605 bekannt wurde, schwoll die Anzahl der jüdischen Immigranten erklärlicherweise stark ün. Woch stemmte sich das bonarenser Glaubensgericht mit -aller Kraft gegen die Landung dieser Einwanderer, unter dem Vorwände, daß der Kolonialrat zwar befohlen! habe, die einmal ansässigen Juden nicht weiter zu behelligen, aber nicht erklärt habe, daß neue Hebräer landen dürften. Der Inquisitor durchsuchte daher' alle ankümmenden Schiffe und verbot den Püssagieren, welche ihm als Mar-