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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 142

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Die Juden im Amerika spanischer Zunge
Date
1927-01-01
Page
142 (sequence 4)
Language
German
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142 hältniffe der spanischen Kolonialep.oche vergegenwärtigt- Der Kolonialrat gestattete nämlich in dem Vizekönigreich Peru Äus- und Einfuhr von Waren nur durch den an der Nordkiiste der heutigen Republik Panama gelegenen Hafen Porto Bella. Von dort wurden sie auf dem kurzen Landwege bis nach Panama gebracht, wo man sie nach Calla o, dem Hafen Limas, einschiffte. Von der „Stadt der Könige" fand dann die Verteilung auf das gesamte Vizekönigreich statt, so daß zum Beispiel die am La Plata Ufer gelegenen Landschaften, statt ihre Produkte direkt durch den Atlantischen Ozean nach dem Mutterlande zu senden und von dort Jndustriewaren zu beziehen, dieselben fünftausend Kilometer weit, meist auf dem Landwege durch endlose Steppen und hohe Gebirge senden mußten. Dazu kommt, daß das Vizekönigreich Peru, welches ungefähr dreizehnmal so groß wie das heutige Deutsche Reich war, nur strichweise als bewohnt und kultiviert bezeichnet werden konnte, so daß zwischen einer und der anderen Kulturoase menschenleere und gefährliche-Wildnisse von Hunderten von Kilometern klafften. Daß durch dieses System die Importwaren oft um das zwanzig-bis dreißigfache an Wert gesteigert wurden, die Landesprodukte aber fast wertlos waren, leuchtet ein; aber zugleich wird die soziale Bedeutung und unverhältnismäßig große Anzahl der Fuhrleute klar. Wer wie der Verfasser Gelegenheit gehabt hat, das Leben und Treiben dieser Leute in den abgelegensten Teilen der Pampas oder den patagonischen Kordilleren zu beobachten, kann sich ohne weiteres eine Vorstellung von deren Leben in der Kolonialzeit machen, zumal alte Holzstiche bestätigen, daß das Aussehen der Wagenkarawanen und ihre Führer sich nicht geändert hat. Denn nicht einzeln, sondern zu halben Dutzenden, um sich gegenseitig in allen Fährlichkeiten zu unterstützen, ziehen die Gefährte dahin. In der Ebene sind es unförmig große vierrädrige/) im Gebirge zweirädrige Karren, die mit je fünfzehn bis zwanzig Pferden bespannt find» während hinter der langsam dahinwandernden Wagenburg «in - jüngerer- Knecht, oft ein Sohn der Fuhrleute, einen stattlichen Trupp Ersatztiere dahertreibt. Mittags und

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