Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 141

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Die Juden im Amerika spanischer Zunge
Date
1927-01-01
Page
141 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3111067-3111122-3118461--7135-3118630
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

141 - abhängig, und dieses Verhältnis änderte sich auch nicht, als im Jahre 1776 die La Plata Provinzen politisch von Peru, getrennt und als ein besonderes Vizekönigreich direkt dem Kolonialrate in Sevilla unterstellt wurden. Die Akten der peruanischen Inquisition wurden nach Aufhebung derselben in der Nationalbibliothek zu Lima ausbewahrt, gingen aber in den Wirren des Salpeterkrieges, der zwischen Peru und Bolivien einerseits und Chile andererseits geführt wurde, im Jahre 1881 verloren. Erfreulicherweise hatte der als Kulturhistoriker rühmlich bekannte Direktor der Limenser Bibliothek Ricardo Palma bereits 1868 unter dem Titel „Jahrbücher der Inquisition" einen Auszug aus den Dokumenten veröffentlicht. Dieses Buch sowie die „Peruanischen Ueberlieferungen" desselben Verfassers sind vielfach als Quellen für dieses Kapitel benutzt worden. Dazu kommen die schon erwähnten Studien und Aktenkopien über die amerikanischen Glaubensgerichte von I. T. Medina und schließlich ein kleineres Buch des chilenischen Professors Benjamin Vicuüa-Macena mit dem Titel: „Was die Inquisition in Chile war". Wir ersehen aus den alten Akten und einigen Chroniken, daß, obgleich das Vizekönigreich Peru an Umfang und weißblütiger Bevölkerung dem Neu-Spaniens überlegen, die Zahl der einwandernden Israeliten doch geringer war, wenigstens derjenigen, welche im Geheimen ihrem Glauben treu blieben. Nur einmal wird eine ganze Gemeinde aufgehoben (in Lima inr Jahre 163b); sonst handelte es sich immer nur um einzelne Personen, deren das Glaubensgericht habhaft werden konnte. Der sozialen Stellung nach war die Mehrzahl der Hebräer wie in Mexiko Großkaufleute/) Aerzte, Bergwerkbesitzer usw.; doch gab es daneben im Gegensatz zu den.Hebräern im neuspanischen Vizekönigreiche auch eine Anzahl Kleinbürger, besonders zahlreich waren darunter Schuhmacher. Bäcker, Bergleute und vor allen Fuhrleute vertreten. Man hat sich unter letzteren nicht einfach einen Kutscher im europäischem Sinne vorzustellen, sondern ihre Tätigkeit und Wichtigkeit in der spanischen Kolonialzeit tritt hervor, wenn man sich die wirtschaftlichen und kulturellen Ver-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.