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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 140

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Die Juden im Amerika spanischer Zunge
Date
1927-01-01
Page
140 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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- 140 - namens Johannes Müller auf. Die Ermahnung zu besonderer Regsamkeit durch ein Handschreiben des Jnfanten Juan an den Bischof zu Lima war daher kaum notwendig^). Trotzdem beschloß Philipp II. auch in seinem peruanischen Vizekönigreich ein besonderes Glaubenstribunal zu schassen <25. Jan. 1569)3). Der Sitz des „heiligen Amtes der Nachforschung" war natürlich Lima; es war für das ganze Peruanische Vizekönigreich mit Ausnahme der nördlichsten Provinzen zuständig. Diese wurden später (im Jahre 1721) als Vizekönigreich Neu Granada auch politisch abgetrennt; -für die Inquisition bildeten sie aber schon seit 1569 einen besonderen Sprengel, den wir in einem späteren Kapitel betrachten werden. Neben dem eigentlichen Ober-und Unter-Peru*) war dem Limenser Vizekönig und dem Großinquisitor zunächst die Generalkapitänschaft Chile zugeteilt, in deren wichtigster Hafenstadt Concepcion das Glaubensgericht eine bedeutende Filiale besaß. Weiter südlich in Valdivia hatten die Kolonialbehörden ein Zuchthaus für wirkliche oder religiöse Verbrecher, in dem die Mehrzahl der von der Inquisition verurteilten Marranen ihre Strafe abbüßten, während die mexikanischen Glaubensrichter derartige Personen stets nach Spanien überführten Für die den peruanischen Behörden ebenfalls unterstellten Provinzen des La Plata befand sich eine Jnquisitionsfiliale in der Hafenstadt Buenos Aires. Da die Verbindung dieser Länder mit Lima aber im Sommer sehr schwierig, im Winter unmöglich war, so schlug der peruanische Großinquisitor anfänglich vor, das Tribunal von Buenos Aires direkt dem zu Sevilla im Mutterlande zu unterstellen, da der Wasserweg zwar weiter, aber bequemer wäre, als der Landweg nach Peru. Aber der Kolonialrat akzeptierte diesen Vorschlag nicht, und ebensowenig ein ihm 1636 von Lima übersandtes Projekt, in der Binnenstadt Tucuman ein besonderes Glaubensgericht zu gründen. Als Grund wird in dem betreffenden Memorandum angegeben: „die unzählbare Menge der Juden, die in diese Gegenden eingedrungen sind und noch immer eintreffen"3). Das Glaubensgericht von Buenos Aires blieb daher stets von dem zu Lima

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