Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Das Vermächtnis eines jüdischen Vaters
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 136 (sequence 27)
- Language
- German
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— 186 seines Segens zuwenden, und möget ihr düs Glück haben, das Gebot zu erfüllen, dreimal im Jahre vor Gott zu erscheinen! 36. Und nun, ihr geliebten Kinder, deren Seele geknüpft ist an meine Seele, ich erinnere euch au den Bericht des Talmud, daß Rabbi Jehudah in seiner Sterbestunde gesagt hat:40) „Meine Kinder habe ich nötig", das heißt: als er starb, hielt er mit seiner Seele Abrechnung und merkte, wieviel noch an der Läuterung seiner Seele fehlte. Da er nicht mehr die Zeit und die Kraft hatte, an der Reinheit seiner Seele zu arbeiten, so gab er sich der Hoffnung hin, daß seine Söhne diesen Mangel ausfüllen werden. So sollen meine Kinder mir dazu verhelfen, daß meine Seele eine höhere Stufe erlange. So bitte ich euch, eure Kraft im Studium der Thora und in der Ausübung guter Taten zu zeigen, und strebt danach, an jedem Tage der zwölf Monate ein gutes Werk auszuüben oder einem tiefen Gedanken nachzuhängen zum Heile meiner Seele. Betet zu Gott, daß er meine Seele befreie, daß er ihr die Pforten des Erbarmens öffne, gebet an jedemTage wenigstens eine kleine Münze für die Zedokoh, außer jener Spende, die ihr gewöhnlich gebt, und sprecht dabei ausdrücklich: Das tue ich für meinen Vater, und bei jedem Kaddisch denkt mit Andacht an das Gebot, Gott inmitten Israels zu heiligen. So tragt ihr dazu bei, daß meine Seele in dem Bunde der Lebendigen weile. 37. Ich danke Gott, daß er meinen Beruf mir bestimmt hat im Lehrhause, daß er mich mit höherer Geistigkeit begnadet hat. Seitdem ich selbständig denke, habe ich mir vorgenommen, das Neue, was ich gefunden habe, auf dem Gebiete der Agadah und Halachah aufzuschreiben und die Antworten, die ich auf religiöse Anfragen erteilt habe, aufzuzeichnen. Ich habe es nicht erreichen können, diese Aufzeichnungen dem Drucke zu übergeben, aber es gebührt sich, in diese Aufzeichnungen