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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 133

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Das Vermächtnis eines jüdischen Vaters
Date
1927-01-01
Page
133 (sequence 24)
Language
German
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— 133 — 27. Es soll euch eine heilige Pflicht sein, jeden Tag das Gebot der Zedokoh zu erfüllen, indem ihr Geld oder Speisen armen Leuten zuwendet. Die Armen sollen bei euch aus- und eingehen. An jedem Sabbath und Festtage sollt ihr wenigstens einen Armen bei Tische haben, und ihr sollt ihn freundlich behandeln. Dann werdet ihr die Segnungen erlangen, die den wohltätigen Menschen verheißen worden sind. 28. Ich habe nicht das Glück, euch ein ansehnliches Vermögen zu hinterlassen. Dank und Lob dem Allgütigen für alle unverdiente Liebe und für alles Gute, das er mir stets erwiesen hat. Ich habe mich stets in Ehren ernähren können, namentlich das war mein Stolz, daß ich euch zu wissenden und gottesfürchiigen Menschen erzogen habe. Gott sei gelobt, daß ihr zu den geistig Interessierten und nicht zu den Philistern gehört. Darum soll es euch nicht verdrießen, wenn ich euch kein Vermögen hinterlasse. Das kleine Vermögen, das ich besitze, soll meiner Gattin gehören, außer den Büchern, die ich von meinem Vater ererbt, oder die ich gekauft habe. Meine Bücher sollt ihr zu gleichen Teilen unter euch verteilen. Wenn ihr in meinem Nachlaß geliehene Bücher findet, so gebt sie den Eigentümern zurück. Neue Bücher, die mir die Verfasser geschickt haben, sollen aus meinem Nachlasse bezahlt werden. 29. Wenn der Mensch dem Tode nahe ist, soll er beten. And so bete ich: „Mein Wille, meine Absicht, mein Sehnen ist auf Gott gerichtet. Möge gesühnt werden, worin ich gefehlt habe? Gib mir, o Gott, den Verstand und die Einsicht, mein Herz zu reinigen und dir in Wahrheit zu dienen"^). 30. Ich habe eine bestimmte Summe Geldes abgesondert; sie soll vor der Beerdigung verteilt werden, die

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