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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 132

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Das Vermächtnis eines jüdischen Vaters
Date
1927-01-01
Page
132 (sequence 23)
Language
German
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25. Achtet auf die Ehre eurer Mutter. Wenn es auch nicht nötig ist, euch ein Gebot der Thora einzuschärfen, so ist es doch notwendig, daß man euch besondere Bedachtsamkeit bei diesem Gebote anempfiehlt. Gerade bei dem Gebot der Elternverehrung ist dies nötig. Denn mancher gibt den Eltern Leckerbissen zu essen und erbt dafür das Verderben, weil er sie hart anfährt. Besonders die Ehrerbietung gegen die Mutter muß eingeschärft werden, wie es ja auch heißt: „Verachte die Mutter nicht, wenn sie alt geworden ist" (Sprüche Salomonis 23, 22). Wenn sie alt ist, und Runzeln sie entstellen, weil ihre Seele betrübt ist, muß man besonders zartfühlend gegen sie fein. Die Elternverehrung ist eine Herzenspflicht. Diese muß mit Liebe geübt. werden, denn die Elternverehrung ist eine Schuldenabzahlung, die Schuld muß in derselben Weise abgezahlt werden, in welcher die Leistung erfolgt ist. Das geschah mit Liebe. Darum darf das euch nicht eine Mühe und eine Last sein. Solange ich lebe, ist es nicht nötig, euch daran zu erinnern, aber nach meinem Tode, wer weiß, was die Zukunft für Geheimnisse birgt. Darum halte ich es für recht, euch an die Ehre eurer Mutter zu erinnern, und auch eure Hausgenossen sollt ihr dazu ermahnen. Alle Schätze der Welt reichen nicht aus, ihre Taten zu vergelten. Sie verdient es, daß ihre Söhne aufstehen und sie glücklich preisen, daß ihr Gatte sie lobt. Ehrt ihr sie, so ehrt ihr auch mich, und ihr werdet den Lohn ernten, und es wird euch in dieser Welt gut gehen, und ihr werdet lange leben in jener Welt. 26. Schämt euch nicht, zu den Frommen zu gehören. Achtet nicht auf diejenigen, welche über die Frömmigkeit spotten. Betet zu Gott, daß er euch den Weg der Wahrheit lehre, damit ihr in den Kreisen der thoratreuen Bekenner eine würdige Stellung findet.

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