Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Das Vermächtnis eines jüdischen Vaters
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 131 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Isaiah 1× ep/1005097
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— 131 - Darauf hingewiesen, daß die Buchstaben des Wortes machlokes auf fein Wesen hindeuten: das Mem hat unten eine kleine Oeffnung, bei dem Ches ist sie unten schon größer, dann lodert das Feuer nach oben, wie die Gestalt des Lamed nach oben dringt, dann dringt der Streit nach unten wie der senkrechte Strich des Kuf, und das Taw zeigt an, daß der Streit jetzt fest auf -erden Füßen steht. 24. Geliebte Söhne und Töchter! Ich verlange von euch, daß zwischen euch Liebe und Brüderlichkeit, Friede und Freundschaft herrschen. Solange ich die Gnade genieße zu leben, bin ich das silberne Band, durch welches die Seele eines jeden von euch mit Banden der Liebe aneinandergekettet ist. Aber später, wenn die silberne Schnur reißt und die goldene Schale bricht (Koheleth 12,6), sollt ihr alles daran setzen, daß keine Entfremdung zwischen euch entstehe. Wer seine Verwandten verwandtschaftlich behandelt, an dem erfüllt sich dasWort: „Dann rufst du und der Ewige antwortet dir" (Jesaja 88, 9 u. Jebamot 62s. Aus eurem Herzen soll die Erinnerung an die Geschwister nicht schwinden, ihr sollt euch von Zeit zu Zeit Briefe schreiben und einander Mitteilen, welche Ereignisse euch betroffen haben. Ganz besonders sollt ihr, wenn ihr etwas Neues bei eurem Studium gefunden habt, es einander Mitteilen. Dadurch erweckt ihr von neuem die Liebe, und ihr erfüllet dadurch auch das Gebot der Elternverehrung. Ihr sollt euch auch gegenseitig aufsuchen, mindestens einmal im Jahre. Dadurch wird das Gefühl der Liebe in euch wieder wach, und besonders soll dies am Jahrzeitstage geschehen. Wenn daran sich wertvolle Unterhaltungen knüpfen, dann kann es nicht Ausbleiben, daß ihr euch auch anreget, etwas zu tun. um eure Eltern zu ehren. Dann steigen sie höher und höher und finden ihre Ruhestätte unter den Fittichen der Gottheit. Dabei werdet ihr auch irgendeinen Gedanken er- ' wähnen, den ich bei meinen Studien neu gefunden habe, und mein stummer Wund wird wieder reden, und ich - werde für iWster in den-Zelten Gottes weilen. 9*