Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Das Vermächtnis eines jüdischen Vaters
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 128 (sequence 19)
- Language
- German
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— 128 — wand sein. Aber der Kern soll sein, das Volk in den Wegen Gottes zu unterrichten und es zur Tat anzuleiten, z. B. es vor der Entweihung des Sabbaths zu bewahren, besonders in solchen Dingen, die den meisten nicht bekannt sind, wie das Tragen von einem Bereich in den anderen, oder die Aufforderung an den Nichtjuden, eine Arbeit zu tun, die man selbst nicht tun darf oder eine Arbeit auf einem Grundstück zu verrichten, selbst wenn die Arbeit im ganzen vergeben worden ist, oder eine Arbeit im Hause eines Israeliten, oder ihr sollt sprechen über das falsche Verfahren beim Wärmen der Speisen, oder über das Bereiten der Gerichte durch einen Nichtjuden. 21. In den Worten unserer Weisen ist gesagt worden, daß die erste Frage beim göttlichen Gerichte ist, ob man sich mit der Thora abgegeben hat. Die weitere Frage ist: „Hast du in der Weisheit geforscht, hast du eine Sache aus der anderen zu verstehen versucht, hast du Zeiten für die Thora festgesetzt" usw. Also muß jeder Talmid Chacham stch eine Zeit zu einem ernsten Studium festsetzen. Darum, liebe Kinder und Schwiegersöhne, achtet darauf, an jedem Tage euch eine bestimmte Zeit für ernstes Studium einzurichten, damit ihr eine tiefe Einsicht in die Halacha empfanget. Jeder tue dies nach Maßgabe seiner Geisteskräfte, ob viel oder wenig, jedenfalls aber in lauterer Absicht. Euer Wissen in der Thora soll nicht so sein, daß man euch mit dem büchertragenden Esel vergleiche, und daß ihr euch mit Kleinigkeiten abgebt, sondern ihr sollt euren Verstand gewöhnen, den inneren Eehalt der Thora zu empfinden. Wer von euch begnadet ist, einen Rabbinatssitz einzunehmen, der soll eine Jeschiwah unterhalten. Ihr dürfet davon nicht ablassen, aber eure Absicht dabei soll sein, die Thora im Sinne ihres Schöpfers zu verherrlichen. Auch wer in einer kleinen Stadt wohnt, soll davon nicht ablassen. Es soll immer eine Anzahl von Schülern da sein> sodaß dadurch eine Schule