Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Das Vermächtnis eines jüdischen Vaters
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 127 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Darum, liebe Kinder und Schüler, achtet hierauf und seid demütig. Seid nicht stolz auf euer Können, und wenn es euch gelingt, etwas Neues zu finden, seid nicht eingebildet darauf; schämt euch nicht, die Wahrheit anzunehmen von jedem, der sie sagt, und besonders, wenn es sich um gesetzliche Entscheidungen handelt. Hütet euch, eine Entscheidung zu treffen, außer, wenn euch die Sache ohne jedes Bedenken klar ist. Ist dieses nicht der Fall, so beratet euch brieflich mit anderen, bis die Entscheidung klar ist. Uebt eure Arbeit als Führer der Gemeinden mit Treue aus. Man soll euch ansehen, daß es eine heilige Arbeit ist. sich um die Bedürfnisse der Gemeinde zu kümmern, in allen Angelegenheiten der Stärkung des Gesetzes der Thora, damit man den Zaun nicht einreiße. Besonders laßt euch die Methode des Unterrichts angelegen sein, damit der Unterricht erteilt, werde nach den Regeln der Vorfahren durch gewissenhafte Lehrer, die keinen Anteil haben an der Missetat der Welt, und die nicht nach der neuen Methode unterrichten, die sich von den bewährten Regeln unserer Ahnen entfernt. So sollt ihr in jeder Beziehung auf der Warte stehen, und der Allgütige wird euch sein Erbarmen zuwenden, bis die Stadt der Gerechtigkeit auf ihren Trümmern wieder aufgerichtet ist. 20. Wenn ihr öffentliche Vorträge haltet, sollt ihr nicht aus der Hauptsache die Nebensache und aus der Nebenfache die Hauptsache machen, d. h. ihr sollt nicht die Gemeinde schöne Worte und belanglose Gleichnisse hören lasten, und ihr sollt nicht in der Landessprache, sondern in der jüdischen Sprache reden, so wie sich die Leute zu unterhalten pflegen. Wer hierauf nicht achtet, bringt sich um sein wahres Leben. Sondern euer Hauptaugenmerk sei, daß die Rede aufgebaut sei auf den Aussprüchen unserer Weisen, und die Moral eurer Vorträge sei in die Erklärungen eingekleidet, die stch in den erprobten Büchern befinden oder in den Gedanken, mit denen euch Gott begnadet hat. Das soll nur das Ge-