Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Das Vermächtnis eines jüdischen Vaters
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 126 (sequence 17)
- Language
- German
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- 126 — zu werden. Eure Töchter verheiratet an gottesfürchtige, in der Thora erzogene Männer, die sich wie Talmide Ehachamim benehmen. Hütet euch, sie an ungebildete Menschen zu verheiraten, denn dann sind sie, wie wenn sie gebunden vor Löwen geworfen werden. Auch nicht an solche Jünglinge, die sich dem Zeitgeiste allzusehr hingeben. Sie sollen nicht ihr Haupthaar bloß tragen und auch fremdes Haar nicht tragen. Dann werdet ihr ein Geschlecht heranwachsen sehen, das gesegnet ist. 19. Ihr, meine lieben Söhne und Schwiegersöhne, die ihr ein Lehramt in Israel bekleidet und einen Rabbinatssttz einnehmet, und auch ihr, die ihr noch nicht dieses Ziel erlangt habet, aber von denen ich hoffe, daß der Allmächtige euch mit Verstand und Einsicht begnaden wird, daß ihr einst ein Lehramt bekleiden und eine geachtete Stellung einnehmen werdet, ich warne euch. Seid nicht stolz und hoffärtig gegen irgendjemand, seid demütig gegen jeden und besonders gegen Männer, welche Thorawissen haben, und denkt an das Wort unserer Weisen"): „Nicht eine Würde gebe ich euch, sondern eine Bürde". Es ist nicht nötig, hierbei lange zu verweilen, denn unsere Weisen haben ausführlich über die Schande des Hochmuts und über die Tugend der Demut gesprochen. In der Thora, in den Propheten und in den sonstigen heiligen Schriften und in den Aussprüchen unserer Weisen ist gesagt: „Ist es denn etwas Kleines, wenn es heißt, ein Greuel Gottes ist jeder Hochmütige?" Alle Moralbücher sind voll von eindringtichen Worten hierüber. Heil denen, die diese Lehren beherzigen. Ich will nur darauf Hinweisen, daß, wer ein Lehramt hat und Entscheidungen religiöser Art zu treffen hat und sich nicht vom Hochmut freimacht, sich nicht vor Irreleitungen retten kann, und die Sünde des Volkes hängt an ihm. Denn solange man nicht wahrhaft demütig ist, kann man nicht zur Wahrheit, der Thora Vordringen.