Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Das Vermächtnis eines jüdischen Vaters
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 125 (sequence 16)
- Language
- German
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— 125 — als wenn die Kinder fern sind. „Deine Kinder werden wie die Schößlinge der Oliven sein, wenn sie rings um deinenTisch sind". (Ps. 128,3.) Seid ihr aber dennoch aus irgendeinem Grunde gezwungen, eure Kinder nach einer ferneren Hochschule zu schicken, so ermahne ich euch, die Mühe nicht zu scheuen und selbst nach dem Orte zu reisen, damit ihr das Leben auf der Hochschule kennenlernet, die Methode prüft, ob sie zu einem richtigen Ziele führt, und hauptsächlich, ob die Schule auf der Grundlage der Gottesfurcht aufgebaut ist. Verlasset euch nicht auf den guten Ruf des Leiters der Hochschule, denn, wo es sich um das Leben handelt, verläßt man sich nicht auf das Hörensagen. 17. Wenn eure Töchter herangewachsen sind, müßt ihr sie mit wachsamen Augen beobachten, daß sie nicht mit kurzen Kleidern gehen, wie es jetzt Mode ist, und ihr müßt sie vor den Untugenden eitler Mädchen und Frauen bewahren, die mit entblößtem Haupte und in auffallenden Kleidern gehen. Mit solchen Menschen soll man keine Freundschaft halten, auch vor dem Verkehr von Jünglingen und Mädchen soll man sich in acht nehmen, ebenso vor Besuch von Theatern und Vorstellungen mit Tänzen beider Geschlechter. Selbst bei Hochzeiten soll man sich davon fernhalten. Die Väter sollen hierauf achten und sich nicht ohne weiteres auf die Zuverlässigkeit ihrer Kinder verlassen; besonders darauf muß man sein Augenmerk richten, daß die Mädchen bei der Ordnung ihres Haares nicht etwas tun, was am Sabbath verboten ist. 18. ,. Strebt mit aller Sorgfalt danach, eure Söhne und Töchter so jung wie möglich zu verheiraten. Seht nicht auf das Geld, denn „Vermögen nimmt ab, wie der Rauch" (Sprüche Sal. 13, 11). Trachtet danach, sie mit gottesfürchtigen Menschen zu verbinden, die aus gutem Hause stammen. Eure Söhne sollen danach streben, falls sie begabt sind, durch die Ehe nicht rm Lernen gestört