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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 124

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Das Vermächtnis eines jüdischen Vaters
Date
1927-01-01
Page
124 (sequence 15)
Language
German
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— 124 - zusammen; sie gewöhnen sich, auch Liebeslieder in der Landessprache zu singen, und sie singen sie auch zu Hause. Dadurch gewöhnen sie sich eine unjüdische Sprache an, sodaß die Hausgenossen davon beeinflußt werden. Die Erfahrung lehrt, daß in jüdischen Häusern selbst die zuverlässigen Juden nicht mehr die jüdische Sprache verstehen, und der jüdische Name wird nicht mehr erwähnt. Wenn sie herangewachsen sind, verstehen sie dann nicht mehr die Morallehren in der vulgären Sprache, die auf den Deutungen unserer Weisen aufgebaut sind, wie das Zeenoureno33) u. dergl. Vielmehr gewöhnen sie sich daran, Romane zu lesen, die zu allem Schlechten führen. Darum soll jeder gewissenhafte Mensch auf der Warte stehen, um dem Verderber keinen Eintritt in sein Haus zu gewähren. Das soll zu Anfang der Erziehung der Söhne und Töchter geschehen. Dann braucht ihr euch eurer Kinder nicht zu schämen, und ihr werdet eure Töchter mit denjenigen jüdischen Tugenden geschmückt sehen, die in dem Liede „Esches chajil" (Sprüche Sal. 31) ausgezeichnet sind. 16. Wenn eure Söhne heranwachsen und reif sind, auf einer Talmudhochschule zu lernen, müßt ihr sorgsam darauf achten, daß sie sich nicht solchen Jünglingen anschließen, die keine Gottesfurcht haben und im geheimen verbotene Bücher lesen. Leider gibt es keinen Weinberg ohne Unkraut, und sogar auf einer Hochschule, die einen guten Ruf hat, kann es nicht anders sein, als daß sich dort manche Unwürdige befinden. Wie das Getreide nicht ohne Stroh ist, so ist auch in einer Gemeinschaft junger Leute manch fauler Arbeiter. Darum ist es geboten, sie mit solchen Jünglingen verkehren zu lassen, die treu und ernst und mit Ausdauer studieren. Ich hoffe, daß der Allgütige mir die Gnade erweisen wird, daß ihr, meine lieben Söhne, alle imstande sein werdet, mit Schülern zu lernen. Dann sollt ihr eure Kinder nicht weit fortschicken, denn die Obhut der Väter über ihre Kinderwenn sie in der Nähe sind, ist eine andere-

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