Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Das Vermächtnis eines jüdischen Vaters
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 123 (sequence 14)
- Language
- German
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mit entschuldigen, daß dieser Gebrauch sich verallgemeinert hat, denn eben nur bei eitlen Gecken hat er sich verbreitet. Es gibt genug Gründe, dieses zu verbieten und zu verabscheuen, Gründe äußerer und innerer Art, die man nicht erst aufzuschreiben braucht. Ich spreche es aber als ein ausdrückliches Verbot aus. Wenn ich auch weiß, daß ich dieses bei euch nicht nötig habe, so finde ich es dmh angebracht, es noch einmal einzu- . schärfen, damit ihr bei euren Kindern darauf achtet. 14. Wenn ihr eure Kinder dem Lehrer übergebt, so achtet darauf, daß er ehrlich arbeitet. Die Hauptsache ist die Gottesfurcht, und nur einem solchen Lehrer vertraut eure Kinder an, dessen Gottesfurcht erprobt ist, aber auch darauf müßt ihr achten, daß seine Methode die richtige ist. Mindestens an jedem Sabbathtage müßt ihr bemüht sein, eure Kinder eingehend in allen Gegenständen zu prüfen, die sie in der Woche gelernt haben. Das muß euch eine unabweisbare Pflicht sein. Ihr weidet euch erinnern, daß ich es in eurer Jugend so mit euch gehalten habe. Ihr werdet euch dann vorstellen, daß euer Vater vor euch steht und zuhört, wie seine Enkel Thora lernen, und wie er euch ermahnt hat, bei dem Erlernen der Thora fleißig zu sein. Wenn ihr so verfahret, dann wird es dem Allgütigen so wohlgefällig sein, wie wenn ich wörtlich das Gebot erfüllt hätte (5. Moses 4, 9): „Du sollst sie lehren, deine Kinder und Enkelkinder". Gott wird mir dann die Gnade erweisen, daß die Thora bei unseren Kindern und Enkeln nicht aufhöre, und sich an uns das Wort erfülle: „Dies ist mein Bund mit ihnen. ..... Die Worte der Thora werden nicht weichen aus deinem Munde und aus dem Munde deiner Nachkommen": (Jef. 59, 21.) 15. Auf eure jungen Töchter achtet besonders. Durch die Regierungsverordnung stnd sie gezwungen, weltliche Schulen zu besuchen. Dort stnd sie mit Andersgläubigen