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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 117

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Das Vermächtnis eines jüdischen Vaters
Date
1927-01-01
Page
117 (sequence 8)
Language
German
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— 117 — . Der Ausdruck „Glaub e" enthält auch die Forderung, an die Worte der Weisen zu glauben, selbst wenn von ihnen Dinge überliefert werden, die mit den Grundlagen der Religion nichts zu tun haben. Gerade in unserer Zeit mutz man hieran festhalten. damit man nicht über die Worte der Weisen spöttisch urteilt. 4. Ich habe durch eigene Wahrnehmung erfahren, datz der Besuch bei den frommen Männern unserer Zeit ein großes Hilfsmittel für die eigene Läuterung ist. Es ist dies nicht nur eins der 613 Gebote, die Maimonides") im 6. Kapitel der Vorschriften über „die Grundlagen der Thora" aufzählt, nämlich: datz man an die Weisen und ihre Schüler Anschluß suchen muß, um von ihren Taten zu lernen, — sondern es ist auch in unserer Zeit ein großes Hilfsmittel, die Thora und die Gebote zu erfüllen und sich nicht von den leichtsinnigen Menschen verleiten zu lassen, deren Glauben an die Worte unserer Weisen erschüttert ist. Deswegen möchte ich, daß ihr Wenigstens einmal im Jahre während des Sabbaths oder eines Festtages einen solchen Mann aufsucht, von dem ihr wißt, datz er aus einem heiligen Hause stammt, und daß auch andere hervorragende gottesfürchtige Menschen ihn aufsuchen. In diesem Sinne sagen unsere Weisen „Viel habe ich von meinen Lehrern gelernt, aber noch mehr von meinen Genossen." Bei dieser Gelegenheit nämlich unterhalten sich die dort anwesenden gottesfürchtigen Menschen über die Art. Gott zu dienen, und Auge, und Ohr nehmen wahr Worte der Belehrung und der frommen jüdischen Lebensführung. Dann ist es die rechte Zeit, zu erfüllen, was in der kleinen Agende des Rabhi Elimelech angeraten wird „Man soll stets vor seinem Lehrer oder vor einem treuen Freunde alle schlechten Gedanken und Grübeleien, welche gegen die Thora sind, und die der böse Trieb in unseren Sinnen aufkeimen läßt, erzählen, und man soll nicht aus falscher Scham irgend etwas verschweigen. Dadurch, daß man diese Dinge einem anderen mitteflt, bricht man die

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