Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Das Vermächtnis eines jüdischen Vaters
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 115 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- 115 — mich nicht verwerfen, und möge meine Seele in den Bund des ewigen Lebens ausgenommen werden! 2, Ich befehle euch, daß ihr jeden Tag eine Zeit festfetzt, in den Moralbüchern zu lesen, aber nicht oberflächlich, sondern mit Aufmerksamkeit und mit Vertiefung, und damit ihr euren Sinn darauf richtet, so zu handeln, wie dort vorgeschrieben ist. Am besten ist es. wenn ihr stets eine Seite aus dem Reschis Chochma3) lest. Gewöhnt euch daran, auf die Lebensregeln und auf die Ratschläge zu einem gottgefälligen Leben zu achten, die die heiligen alten Lehrer ausgesprochen Haben, wie die Lebensregeln des Rabbi Ascher ben Jechiel") und besonders auch diejenigen, die in dem Merkzettel") unter dem Namen „Die Führung des Menschen" am Anfang des Buches Noam Elimelech verzeichnet sind. Sie sind klein an Umfang, aber groß an Wert und lehren den Menschen, was er zum wahren Leben braucht. Dort sieht, daß man, wenn man in diesen Schriften liest, sich regelmäßig vor Augen führen soll, daß jemand neben » einem steht und mit lauter Stimme mahnt, diese Regeln zu befolgen. Nichts davon soll zur Erde fallen. Und wenn man sich daran gewöhnt, so erhält man mit der Zeit eine gewaltige seelische Anregung von göttlichem Feuer. Ich bitte euch, geliebte Kinder, diese Gestalt soll euch an das Bild eures Vaters erinnern, ist doch auch Joseph dadurch, daß ihm das Bild seines Vaters erschien, fest und standhaft geblieben. Glaubt nicht, daß ich mich nicht hierin mit Großen vergleichen kann, weil mein Antlitz durch Sünden und Fehler entstellt ist, denn schon der große Asulai") sagt im Awodath Hakodesch, daß eine geheimnisvolle Wirkung und eine heilsame Behütung davon ausgeht, daß man sich das Bild des Vaters vor Augen hält. So sollt ihr auch stets, wenn ihr euch zum Studium des Talmud hinsetzet, das Bild eures Vaters vergegenwärtigen. Und wenn dadurch in euer Herz eine Regung kommt, daß euer Lernen und euer Gottesdienst in wahrer Liebe geschieht, so wird das für K*