Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Das Vermächtnis eines jüdischen Vaters
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 113 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 113 - :; . : ■ . ' 1; ' ' ' Die Grundlage alles religiösen Lebens ist, zu wissen, das; es einen einzigen Schöpfer gibt, der ewig ist, ohne Anfang und ohne Ende. Er hat alles ins Dasein gerufen, er achtet aus alle Geschöpfe, er leitet sie, ihr Leben und ihr Bestand ist von ihm abhängig. In diesem Satze sind alle dreizehn Glaubenslehren des Maimonides enthalten, wie der SchelohZ ausführt. Diese Glaubenssätze soll man nach der Verordnung unserer früheren Lehrer jeden Tag nach dem Morgengebete lesen. Das sollt auch ihr gewissenhaft erfüllen. Die Worte und Gedanken dieser Glaubenssätze sollen euch geläufig sein. Der Noam Elimelechch sagt: „In jedem Augenblicke der Mutze soll man über das Gebot Nachdenken: „Ich will in der Mitte Israels geheiligt werden'"). Denkt euch, datz ein großes Feuer vor euch lodert, und um..der Heiligung Gottes willen mutz man bereit sein, sich nötigenfalls in dieses Feuer zu werfen. Aber wenn man dieses ausspricht, soll es auch wahr sein, und man soll sich nicht selbst betrügen und Eott hintergehen. Wer aber kann von sich sagen, datz er stets in dieser Verfassung gewesen ist! Aber an den Elaübensinhalt dieser Sätze denken, ist keine so schwere Aufgabe. Besonders wenn man vom Schlafe erwacht, soll man sich den Inhalt der dreizehn Glaubenssätze vergegenwärtigen, ebenso vor jeder Schemone-Esre. Dadurch erfüllt man die Forderung, die R. Elieser") seinen Schülern aufgetragen hat: „Wisset, vor wem ihr betet", und die Forderung des Verses: „Erkenne den Gott deines Vaters und diene ihm mit williger Seele'"). Wenn unsere Weisen sagen:") Zur Zeit, wo man den Menschen zum Gericht führt, legt man ihm die Frage vor: „Hast du dein Leben im Glauben geführt?" so scheint auch jene Forderung darin zu liegen, datz man sich über die Grundlagen des Elaubenslebens klar werden mutz. Das ist auch die Forderung des ersten Gebots im Dekalog. Wenn es heißt Z: „Ich bin der Ewige, dein Gott", so ist der Glaube an ihn die Grundlage aller Gesetze der Thora. 8