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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 98

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Zur Soziologie der jüdischen Frauenbewegung in Deutschland
Date
1927-01-01
Page
98 (sequence 15)
Language
German
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— 98 rzu Beginn des dritten Abschnittes der jüdischen Frauenbewegung in Deutschland der Versuch gemacht werden * soll, aufzuzeigen, wie weit es sich hier um eine Vewe- ' gung handelt, die für Wesen und Eigenart eines Menschenkreises neuen sozialen Zuständen gegenüber^ eine ihm gemäße Form zu bilden vermochte und die jüdische Geschichte befruchtend beeinflußt hat, so kann der Versuch nicht als abschließend betrachtet werden. Es ' kann nur erkannt werden, wo die Keime der Bewegung liegen, welche Einflüsse sie entwickelt hat und wo die Verknüpfungen mit der jüdischen Gemeinschaft zu er- ] kennen sind. Statistisch kann nur der Umfang der Bewegung festgestellt werden. Z. Z. sind im Jüdischen; Frauenbund in 430 Vereinen etwa 50 000 Frauen zusammengeschlossen, d. i. etwa V* aller erwachsenen jüdischen Frauen in Deutschland. Diese Summe bejaht den Umfang der Organisation, die wohl relativ im Verhältnis zur Bevölkerung an der Spitze aller Frauenverbände steht. Die soziale Zusammensetzung der Mit- . glieder ist auch heute noch vornehmlich aus der gleichen 1 Schicht der jüdischen Ehefrauen und älteren Haus- | töchter, die einen verhältnismäßig großen Teil der jüdischen Frauen in Deutschland bilden. Die Jugend und j die berufstätigen Frauen stehen der Organisation im allgemeinen fern. Eine erkennbare Verbundenheit mit den Führern der Kreise der jüdischen Gemeinschaft (Ge- J meindevorsttzhern und Rabbinern) ist nicht gegeben, eine f Eingliederung in das religiöse oder organisatorische f Leben der jüdischen Gemeinschaft bisher nicht erwachsen, i der Hinaufentwicklung. Beide mutz man hüten, schonen, pflegen, ernähren um dieses großen Unbekannten willen. Im Volk versagen zwar Millionen Einzelner und versinken in nichts — nur wenige Führer im Geiste erstehen — und dennoch ist die Gesamtheit besser und würdiger als die Summe der einzelnen Guten." „Wenn Gemeinschaften, religiöse, soziale, politische, nicht außer ihrem statutenmäßig festgelegten Arbeits- und Adeenkreis durch ein Ethos verbunden sind, das gelegentlich wie eine Feuersäule aus dem Dornbusch hervorbricht, dann ist Einsamkeit besser als Gemeinschaft." j

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