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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 97

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Zur Soziologie der jüdischen Frauenbewegung in Deutschland
Date
1927-01-01
Page
97 (sequence 14)
Language
German
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- 97 - Frau und die Lösung in der religiösen Verbundenheit mit dem Gott des Alls zum Ausdruck bringen. Ein weiterer Versuch: ein Kalender „Das Jahr des jüdischen Frauenbundes" (1926; 1927, Selbstverlag) brachte in einer künstlerisch gestalteten glücklichen Form jüdisches Kulturleben aller Zeiten an die Mitglieder der Bewegung heran. Der beim ersten Mal gemachte Versuch, die Führerinnen der jüdischen Frauen zum eigenen Ausdruck ihrer Gedanken über Sinn und Ziel der Bewegung zu bringen, wurde ein zweites Mal nicht wiederholt, sondern der Entwicklung unbewußt entsprechende künstlerische und gedankliche Äußerungen über jüdische Frauen und Fragen, die für Frauen Interesse haben, von Menschen, die ohne Beziehung zu der Bewegung stehen, zusammengestellt, obgleich manche der im ersten Jahr geäußerten Gedanken der Führerinnen (so besonders Pappenheims Gedanken über die Stellung zum Volk vom 18/24. Tischri — und zur Gemeinschaft 26. Siwan — 2. Tamus2) für die geistige Entwicklung der Bewegung eine Bereicherung gewesen sind. Wenn eine Generation erstehe aus Kraft und Liebe und Ehrfurcht vor der heiligen Schechina, die segnet, wer reinen Herzens lebt und roaltet. Amen." Gebet der Alten: — „Wenn die Muskeln versagen im Greifen und Gehen, wenn der Rhythmus des Blutes aussetzt, und wenn die Lippen nicht mehr sagen können, was im Herzen und im Hirn zur Formung drängt, wenn es droht, daß ich denen zur Last werde, deren Lebenslust zu tragen ich mich ständig mühte — dann streife, Geist, gnädig über mich, und scheide was Staub an mir und was Teil von dir." Gelöbnis: — „Ich wählte und suchte den Königsweg: wenn die Sonne ihn in leuchtender Klarheit zeigt, wenn der Mond mich tiefschattig täuschen will — wenn es Nacht ist und ich nur der führenden Stimme lauschen und ihr tastend folgen kann. Wohin? Zur Auflösung? Zur Erlösung? Zur Lösung der Rätsel ringsum? — Ich will gehen und will den Königs-, weg suchen — aufwärts! — Ich will klären, was mich bewegr und treibt, dem geistigen Erbteil Form geben, das Sinnfällige mit Geist zu verbinden. Schaffen nennt es der Schöpfer im Großen, leben nennt es der kleine Mensch." 2) „Ich glaube, man muß vor dem Volk dasselbe Gefühl von Ehrfurcht haben wie vor etner schwangeren Frau: beide als Träger aller Lebensmöglichkeiten, der Kraft zum ,Guten^ 7

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