Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Zur Soziologie der jüdischen Frauenbewegung in Deutschland
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 95 (sequence 12)
- Language
- German
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— 95 — l anderen konfessionellen und interkonfessionellen Verbände, zur Förderung der sozialen und kulturellen Aufgaben im deutschen Frauenleben, in der Teilnahme an den Zielen der deutschen Frauenbewegung und am Wiederaufbau Deutschlands; c) durch Teilnahme an den Bestrebungen der Versöhnung der Völker mittels der Zusammenarbeit mit internationalen Frauenorganisationen; d) durch Förderung der Arbeiten, die dem Aufbau Palästinas dienen; e) durch gleichberechtigte Mitwirkung der Frau in der jüdischen Gemeinde; f) durch Erziehung, Pflege des Familienlebens, Förderung der Jugendwohlfahrt, der Eheschließung usw.; g) durch Bestrebungen, die das Erwerbsleben der jüdischen Frauen und Mädchen erleichtern; h) durch Bekämpfung aller Formen und Aeutzerungen von llnsittlichkeit (Bekämpfung des Mädchenhandels usw.); i) durch Bekämpfung von Bolkskrankheiten (Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten usw.); k) durch Bekämpfung aller Formen des Antisemitismus. Der Vergleich der beiden Programme aus den Jahren 1904 und 1924 zeigt die Richtung, die die Bewegung im Verlauf von zwei Jahrzehnten genommen hat. Eine Vertiefung der Arbeit an den innerjüdischen Problemen und eine Verbreiterung dieser Arbeit in Anerkennung des Zusammenhanges der Juden in der Welt und des kulturellen Zentrums in Palästina. Statt Anregung und Erweckung von Interessen für jüdische Arbeit und Stärkung jüdischen Gemeinschaftslebens sieht die Bewegung nun die Formbildüng der Stärkung des Eemeinfchafts bewußtseins in den Rahmen ihrer Kräfteauswirkungen gezogen. Das soziale Arbeitsfeld wird in Erkenntnis dieses Zusammenhangs erweitert durch Mätznahmen der Bevölkerungspolitik und der Bekämpfung der Volkskrankheiten (die erste Auswirkung der Beruh-