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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Wie unsere Familiennamen entstanden sind
Date
1927-01-01
Page
50 (sequence 17)
Language
German
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— 60 tätigten sich: Ackermann, de Boer (Bauer), Förster und Gärtner*'). Als Zollpächter wirkten: Pächter, Mautner, Zoller und Zöllner. Aus der Geschichte wissen wir. das; der ärztliche Beruf oft aum dauernden Erbe der Geschlechter in einer Familie wurde. Die diesen Beruf ausübten, erhielten die Familiennamen: Arzt, Doctor und Bader. Den Gegensatz zu Freimann bilden die Familiennamen Dienemann. Läufer und Mamlok (Mameluk). Von der Betätigung in religiösen Berufen erzählen die Familiennamen: Rajwid (Rosch bet din) und Rawidowitsch, Babad (ben ab bet din) und Rabbinowitsch; Richter, Schulz und Scheidemann (Schiedsrichter); Klausner und Lerner; Schulmann, Schulvater und Szkolny; Schatz (Scheliach Zibur). Kantor, Kantorowicz und Kantorowsky; Schechter und Bodek. Daß die Juden die Musik liebten und als Beruf ausübten, beweisen die Familiennamen: Geiger, Fiedler, Fiedelmann, Orgler, Pfeifer, Peiper und Spielmann. Familiennamen, wie Drucker und Formstecher, Feßler (Faßbinder), und Keßler, Klempner, Feiler (Feilenhauer), Tischler und Ziegler, bezeugen, daß die Juden in allen Berufen sich betätigten. Statt des Handwerks dienten manchmal als Familiennamen die Werkzeuge, wie: Fingerhut, Nadel und Zwirn oder Hammer und Nagel. An die Stelle des kaufmännischen Berufes traten oft die Waren, mit denen einer handelte, wie: Gold, Silber, Kupfer und Eisen, oder Haber, Korn, Malz und Futter, oder Gewürz, Nelken, Pfeffer, Salz, Zimmt und Zucker. Buttermilch, Weichbrodt und Weißbrod waren vielleicht die Speisen, die die Träger dieser Namen besonders liebten oder anderen verkauften. Aus der Geschichte sind Ludwig der Fromme, Karl der Kahle und Karl der Dicke bekannt. Auch denen, die nicht auf dem Throne saßen, wurden ähnliche Beinamen heigelegt. Im Verzeichnis der Prager Juden von 1540 wird ein Jtzel der Dicke, im Verzeichnis von 1646 ein Jerolim Krumm und ein Enoch Schiefmund (Krivousiq) erwähnt*'). Aus Eigenschaftswörtern, die schon in alter

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