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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 44

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Wie unsere Familiennamen entstanden sind
Date
1927-01-01
Page
44 (sequence 11)
Language
German
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— 44 — Brandeis, Elbogen und Horowitz, und in Mähren, wie Vrod, Broda oder Bradt (Ungarisch-Brod), Redisch (Ung.-Hradisch), Reinitz (Hranica, Mährisch - Weibkirchen) und Steinitz (Üng. - Ostra)"), sondern auch Siädtenamen, wie Nantua (in Frankreich) und Jerusalem'"'). Daß auch Juden aus anderen'Ländern in Prag wohnten, bezeugen Familiennamen, wie Aschkenas (Deutschland). Zarfat (Frankreich), Oesterreich, Ungar, Morawtschik (aus Mähren), Bloch, Wahl, Wehle und Welsch (der Welsche). Neben Familiennamen wie Altschul und Schulhof, die auf die Zugehörigkeit >zur Synagoge oder die Wohngegend Hinweisen, finden sich auch Namen, wie: Grünhut, Hirschkopf, Kuh und Tcharsch (Marder, daraus Thorsch), die wohl aus Hausnamen entstanden sind. Eine neue Nuance bilden die Familiennamen, die aus Abbreviaturen hervorgegangen find, wie: Asch (Altschul oder Eisenstadt), Basch (Bathscheba), Lasch (Lichtenstadt). Nasch (Nikolsburg oder Neustädtel), Pasch (Freystadt oder Pinkasschul): Vak (Bene Kedoschim)21) und Schak (vielleicht Scheerit Kedoschim); Ry (R.Jakob) und Reach (R. Jakob Chajat oder Chasan). So waren die Familiennamen bei den deutschen Juden vorhanden, noch bevor sie vom Gesetz befohlen wurden. Allein die Familiennamen waren veränderlich. Die Ortsnamen wechselten mit dem Wohnsitz. So führte Joel, der Sohn des Jakob Herlingen, in Dokumenten den Namen seines Vaters Herlingen und hieß zugleich nach seinem eigenen Wohnsitze Joel Stein. Noch ein anderes trat hinzu. Wie der Jude neben seinem hebräischen, „kirchlichen" Vornamen noch einen bürgerlichen Rufnamen hatte, so war auch sein Beiname ein anderer oft in der Gemeinde und ein anderer wieder in den weltlichen Urkunden. Die Familie Jafe hieß bei den Behörden Plan, die Familie Epstein in nichtfüdischen Dokumenten Hecht und Meschulmim bei den Behörden del Banco **). Der Urgroßvater Heinrich Heine's, Simon Heine, wurde nach seinem Heimatsorte auch Simon

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