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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Wie unsere Familiennamen entstanden sind
Date
1927-01-01
Page
41 (sequence 8)
Language
German
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- 41 — ten Städten die jüdischen Gemeinden nicht groß. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts bewohnten die Juden in Mainz 54 Häuser. Die jüdische Gemeinde in Frankfurt a. M. zählte 1380 etwa 681 Seelen und die in Prag, nach einem Verzeichnis von 1546 etwa 1200 Seelen. Einer war dem anderen bekannt, die Unterscheidung durch Familiennamen war nicht notwendig. Der erste deutsche Jude, den wir mit Namen kennen lernen, heißt kurz Isaak (er begleitete 797 die Gesandtschaft Karl des Großen an den Kalifen Harun al Raschid). In den amtlichen Urkunden wurde dem Vornamen regelmäßig das Epitheton „Jude", oft auch der Orts- und manchmal der Vatername beigefügt. In einer Urkunde aus dem Jahre 1136 wird unter den Zeugen „Ernestus Judeus" genannt. In dem Buch der Begräbnisse des Klosters Raitenhaslach ist 1150 ein „Ulrich Jud von Holzing" eingetragen"). Das Kölner Schreinsbuch nennt um das Jahr 1200 Namen, wie: Gottschalk aus Frankfurt a. M., Samuel aus Duisburg, Nathan aus Dortmund, Samuel aus Iserlohn, Meyer aus Soest, Vivis aus Osnabrück und Sanders und Livermann aus Münster. In einer Urkunde von 1212 erscheint unter den jüdischen Zeugen ein „Joseph de Augusta" (aus Augsburg)12). Wie wir aus der deutschen Literaturgeschichte den Namen Wolfram von Eschenbach kennen, so aus dem jüdischen Schrifttum Namen, wie: Ephraim aus Bonn, Israel aus Erfurt und Meir aus Rothenburg. Neben Jakob von Breisach (1328) und Jecklin von Ulm (1377) finden sich in den am tlichen Urkunden von Baden unter Weglassung der Präposition Namen, wie: Moysse Tannenbach und Gabriel Trevieß (1448). Wie sich ein Christ in einer Urkunde „Bruno filius Joonis" nennt, so erscheint in einer Urkunde der Name eines Juden: Jeckli Joliebes Sohn (1343) oder kurz Jeckli Jolip (1349) 13). Die Beinamen und später die Familiennamen wurden in Deutschland bei Christen und Juden in gleichen Formen und nach denselben Gesetzen gebildet. Bei den Christen begann die Bildung der Familiennamen nach den Kreuzzügen, als Handel und Verkehr

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