Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Wie unsere Familiennamen entstanden sind
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 40 (sequence 7)
- Language
- German
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— 40 — la Torra, Usque (aus Huesca, früher Osca) und Zarza. In Portugal: Eosta (von der Küste) und Porto °). In Frankreich: de Balmes, Cayl, Grasse, Lates, Nantua, Narboni, Nizza, del Püget, del Portal (hebräisch: min ha-schaar), del Puget, de la Tour, Trabot, Villanova. In Italien: Vozeko (Besecchio), de Cologna (nicht aus Köln), Covo, Fano, Porto, Recanati und Trani. Bei den Juden in Spanien und Italien, am häufigsten aber in Südfrankreich wurden aus den Ortsnamen hebräische Beinamen gebildet. In Spanien: Parchi (Perach, Blume, aus Florenz«), Jizhari (Jizhar, Oel, vielleicht aus Oliva oder Olivares). In Italien: Karmi (Emigrantenfamilie ausCremieu in Frankreich). Zifroni (aus Ceprano)°). In Südfrankreich: Gorni (Goren, Dreschtenne, aus Aire), Harari (Har, Berg, aus Montpellier), Jaari (aus Nimes, Kirjat jearim), Jarchi (Jareach, Mond, aus Lunel). Kaspi (Kesef, Silber, aus Argentiere), Sali (Sela, Fels, aus Roquemaure), Sulami (Sulam, Leiter, aus Escalette) und Tirzi (aus Trets. an den biblischen Namen Tivza anklingend). Einzelne Familiennamen erzählen nicht vom Heimatsorte, sondern von der Synagoge und Gemeinde, der ihre Träger angehörten. In Barcelona: Sescola. In Südfrankreich: de Scola und Kanst (von Kneset). In Rom: Bet ha-kneset, ein Familienname, der auf die Zugehörigkeit seiner Träger zur Synagoge und Gemeinde „il Tempio" hinweist, deren Name und Ursprung bis auf die Zeit der Zerstörung des Tempels in Jerusalem zurückgeführt wird ™). Ändere Familien weisen auf die Stadtgegend hin, in der ihre Träger wohnten, wie Portaleone (am Löwentore des römischen Ghetto) und vielleicht auch de la Porte (am Tore, in Nordfrankreich). So sehen wir, wie bei den Juden in Spanien, Portugal. Frankreich und Italien, wo sie Jahrhunderte hindurch seßhaft waren, früh Familiennamen entstanden sind. 4. Änders war es in Deutschland. Entsprechend der geringen Bewohnerzahl, waren dort selbst in den größe-