Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Wie unsere Familiennamen entstanden sind
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 38 (sequence 5)
- Language
- German
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- 38 — Familiennamen den anderen vorängivgen, so gingen auch bei den Juden die Familien voran, deren Söhne in Amt und Beruf, Wissenschaft und Wirtschaft eine hervorragende Stellung innehatten. Schon seit dem 10. Jahrhundert zeichnen die synagogalen Dichter ihre Familiennamen in den Akrostichen ihrer Lieder. Die von Josef Almanzi veröffentlichten 75 Grabschriften von Toledo4) berichten von den Familien Alchadev, Crisp, Abi Simra, Alfandary und Masach; sie künden von der Familie Israel (Israeli), die bis in den Anfang des 13. Jahrunderts hinaufreicht, vornehmlich aber von fünf alten und edlen Familien Alfakar, Naamias, Abulafia, Alnaqua und Aben Schofchan. Wenn die lleberlieferung auf Wahrheit beruht, so finden sich bei den Juden in Italien Familiennamen noch früher als in Spanien. David de Pomis berichtet von vier jüdischen Familien, die als Gefangene des Titus nach Rom kamen. Es waren dies die Familien: Adomim (de Rossi), Anawim (Mansi, llmani). Tapuchim (de Pomis) und Nearim (degli Adolescenti). Die Familie ' Nearim (degli Adolescenti) wird in einer handschriftlichen Notiz neben einer Familie Zekenim (die Alten) erwähnt4). Noch im 18. Jahrhundert gab es in Rom eine jüdische Familie Bachurim (Jünglinge), die sich der Abstammung von den Gefangenen des Titus rühmte °). Von welcher Art waren nun die Familiennamen, die sich bei den Juden in Spanien und Portugal, Frankreich und Italien bildeten? In Spanien heißt ein Edelmann Hidalgo (higo de algo, Sohn von irgend jemand); dieses Wort will sagen, daß nur der ein Edelmann ist, der sich als Sohn eines bedeutenden Vaters ausweisen kann. Im Judentum hat es von jeher die Pietät bewirkt, daß in religiösen Urkunden, im Gotteshause und auf den Grabsteinen dem Namen eines Mannes jedesmal der Name feines Vaters beigefügt wurde. Selbst dort, wo der Jude einen Familiennamen hatte und ihn in weltlichen Dokumenten auch führte, gab er im rsli-