Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Wie unsere Familiennamen entstanden sind
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 37 (sequence 4)
- Language
- German
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Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Lod 1× ep/1045074
- Yanai 1× ep/1033832
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— 37 — und wegen ihrer kleinen Statur wurde Samuel mit dem Beinamen Ha-Katan und Jose mit dem Beinamen Katonta (der Kleines benannt. Der Talmud kennt einen Tejufa den Roten (Stmmuf) und einen Abba Rothand (Simmuk Jad). Auch die moralischen Eigenschaften ihrer Träger kommen in den Beinamen zum Ausdruck, wie: Simon der Gerechte (Zadik), Simon der Fromme (Chafid) und Simon der Sittsame (Zanua). Die meisten Beinamen jedoch weisen auf die Heimat ihrer Träger hin, wie: Levitas aus Jabne, Rahum aus Eimso, Simon aus Lydda, Chalafta aus Cäsarea, Abdimi aus Haifa, Abba aus Akko, Abdimi aus Sepphoris, oder Jose aus Sidon, Theudas aus Rom, Abba aus Karthago, Berechja aus Bozra und Abba Jose aus Machoz (am Tigris). Andere Beinamen erzählen von der Provinz oder dem Lande, aus denen ihre Träger kamen, wie: Jose der Galiläer, Jizchak der Babylonier. Jannai der Kappadokier und Jakob der Armenier. Im Gegensatz zu den Familiennamen wurden diese Beinamen nicht aus die Nachkommen vererbt. Dennoch ist ihre Betrachtung von Wert, denn sie sind gleichsam die Urformen, nach denen sich später die Familiennamen gebildet haben. 3. Die Teile des jüdischen Stammes stoben in alle Lande auseinander gleich den Samenkörnern einer Pflanze, die in alle Winde verstreut werden. Ueberall wuchsen sie in Sitte und Sprache und auch in ihren Namen in die Kultur ihrer Heimat hinein. In Spanien, Portugal, Frankreich und Italien entstanden große Städte und in ihnen große jüdische Gemeinden. In den Städten lebten viele Menschen zusammen, die einander nicht kannten. Dort fand fortdauernd ein Wechsel des Besitztums statt, Handel und Verkehr wuchsen, und mit ihnen steigerte sich die Zahl der gerichtlichen Urkunden. Der Vorname allein genügte nicht, um die Menschen voneinander zu unterscheiden. In diesen Ländern entstanden bald bei Christen und Juden Familiennamen. Und wie bei den Christen der Adel und die höheren Stände aus Familienstolz in der Annahme der