Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Rückblick auf das Jahr 5687
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 8 (sequence 8)
- Language
- German
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— 8 Mr die seltsame Tatsache, daß W Nümen des größten Unternehmers/ der Welt Dinge veröffentlicht werden könnten, für die et jede Verantwortung ablehnt. In vornehmer Zurückhaltung bestätigte der Empfänger den Inhalt des Briefes und versicherte Ford ganz besonders, daß sein Wunsch nach Verzeihung Erfüllung finden soll: ^Soweit mein Einfluß reicht, soll er für Erreichung Kieses Ziels eingesetzt werden, einfach weil in meinen Adern das Blut von Vorfahren fließt, die daran gewöhnt waren zu leiden und nichtsdestoweniger in ihrem Vertrauen auf Gott unerschütterlich blieben. Mit Beziehung auf die Bergpredigt sagte Israel Zangwill einmal, daß wir Juden schließlich die einzigen Christen sind. Er hätte hinzufügen dürfen, daß dies darum der Fall ist, weil der Geist der Vergebung ein wesentlich jüdischer Zug ist." Mit diesem Austausch von Erklärungen ist die amerikanische Judenheit von einer seit Jahren auf ihr lastenden schweren Sorge befreit; sie darf auch damit rechnen, daß die Agitation deutscher und russischer Nationalisten, der nunmehr der Rückhalt genommen ist, rasch in sich zusammenbrechen wird. Anderwärts, besonders im Osten Europas, werden ihre verheerenden Folgen länger zu spüren sein. „Die Nägel, welche in Ken Körper des jüdischen Volkes getrieben würden," schreibt die New Yorker jiddische Zeitung „Der Tag", „können herausgezogen werden, aber die Löcher werden bleiben, und es wird lange Zeit dauern, ehe die Wunden geheilt sein werden." 7; Die Lage in Osteuropa ist wenig verändert. Jy Polen hält die langsame politische und wirtschaftliche Besserung, die mit dem Regime Pilsudski eingesetzt hat, .an — in Litauen die seit dem faszistischen Staatsstreich MNgetretene Verschlechterung; die Diktatur erschwert nicht Nur durch strenge Sonntagsgesetze die Sabbatruhe, sondern mischt sich auch in die innersten Verhältnisse der Juden, wie Synagogenwahlen, gewalttätig ein. In beiden Ländern bilden die bevorstehenden, fast Unvermeidlichen Verfassungskämpfe eine schwere Gefahr für die jüdische Bevölkerung. ';