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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 165

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Also - ein Jubiläum
Date
1926-01-01
Page
Seite 165 (sequence 4)
Language
German
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165 oben, in den Mezzanin gebracht wurde, — denn da schlief ich, — war noch einmal angezogen worden, meinen Matrosenanzug mit goldenen Knöpfen; einen breiten Klappkragen hatte ich umbekommen, und ein besonders schönes blaues Lavalier mit weißen Tupfen war mir zur flatternden Schleife umgebunden worden; mit der Drohung, daß ich eins auf die Finger bekäme, wenn ich den Knoten wieder aufmachte. Ja es war sogar etwas von einem Herbstmantel gesprochen worden. Pfeffer und Salz. Mehr Pfeffer als Salz (in Wahrheit sah er eigentlich wie Kurellasches Brustpulver aus), der neu wäre und für mich, sowie für meinen Vater eine Ueberraschung bilden sollte. Man hatte mir zwar die Augen zugehalten, als man ihn mir anprobierte (er war als Filiale aus dem alten meines größten Bruders gefertigt von der kunstfreudigen Hand der weißhaarigen Madame Adam, die ihren Stolz darin sah, aus einer abgetragenen Weste meines Vaters immer noch ein Paar Spielhosen für mich herauszuschneidern); aber ich hatte ihn t r o tz d e m bei der Anprobe gesehen. Es war ein richtiger Mantel wie für einen Herren, mit zwei großen aufgesetzten Seitentaschen. Und den sollte ich eben heute Abend zum erstenmal anziehen. Was da eigentlich war, gerade heute, und so spät noch, wußte ich nicht recht. Aber es gingen große Dinge vor, denn auch der Zylinder meines Vaters war vom Aufbügeln gekommen. Und, als wir nun bei Tisch saßen, alle miteinander, und das waren mit dem Fräulein Seifert acht, da sagte mein Vater zu mir, d. h. er sagte es zu den andern, verkündete es ihnen, ohne mich dabei auch nur anzusehen oder zu beachten als unabweisbaren Beschluß: „Also der Junge kommt auch mit in die Schul (schon ein peinlicherBegriff), das erstemal; und wir bleiben die ganze Nacht da bis morgen Abend um diese Zeit, und er muß auch mitfasten. Wie ich so alt war," setzte er mit unnachsichtiger Strenge hinzu, „habe ich auch schon durchgefastet." „Ich auch," meinte mein ältester Bruder. „Ich erst recht", der ältere Bruder.

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