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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 154

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Louis Loewe
Date
1926-01-01
Page
Seite 154 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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154 Säulen, die er von Wadi Halpha längs des Nils bis Derr fand. Um die koptische Sprache zu erforschen, wandte er sich an die Klöster und lernte die Sprache von einem koptischen Priester, der ihm von dem Patriarchen der koptischen Kirche empfohlen war. Von Aegypten ging Loewe nach Palästina, immer Altertümer der orientalischen Wissenschaft samnielnd. In Dijouni, auf der Spitze des Libanon bei Sidon, war er mehrere Tage Gast der Lady Hefter Stanhope. Diese Begegnung zweier hochinteressanter Persönlichkeiten hat später Dr. Millingen in seinem Werke „Das Leben der Lady Hefter Stanhope" eingehend geschildert. Auf dem Wege noch Saffed hatte er ein übles Erlebnis. Damals befanden sich die Drusen im Aufstand gegen ihren König und breiteten sich, raubend und plündernd, bis Saffed und Umgebung aus. Sie trafen ihn in En Zetun (bei Safet), beraubten ihn seiner Kleider und Habe, schlugen und verwundeten ihn. Ein Araber Mustapha Mahmed erbarmte sich seiner, gab ihm eine dicke Decke, um seinen nackten Körper zu bedecken und eine große Lanze zu seinem Schutze. So wanderte Loewe entblößt, hungernd und dürstend, aus den Wunden blutend nach Safet Dieser Tag, an dem er mit knapper Not dem Tode entgangen ist, wurde von ihm und seiner Familie dauernd als Freudentag begangen. In Erinnerung an jenes Erlebnis spielten seine Kinder am Purim „Beduinen". Die Reise ging über Damaskus, Sichem, Jerusalem, Hebron, Alexandrien, Smyrna zurück nach Konstantinopel. In Damaskus sammelte er eine große Zahl wertvoller Münzen und studierte wichtige Handschriften über die religiösen Gebräuche der Drusen. In Konstantinopel hielt er sich drei Monate auf und vertiefte sich in die türkische Sprache. Damals erforschte er auch als erster die tscherkassischeSprache, verfaßte eine Grammatik und ein englisch-tscherkassisches Wörterbuch, die ersten wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet dieser Sprache. Für Sultan Mahmud verfertigte er eine Uebersetzung der Hieroglypheninschrift auf dem Obelisken in Atmedan, die er durch den Preußischen Gesandten Graf Königsmark dem damaligen König überreichen ließ. Auch karäische Handschriften fand er, die seine Aufmerksamkeit

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