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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 144

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Berliner Erinnerungen
Date
1926-01-01
Page
Seite 144 (sequence 33)
Language
German
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144 begründet. Vorträge, öffentliche Versammlungen wurden abgehalten. Gegen öffentliche Beschimpfungen der Judenheit im Allgemeinen, sowie der jüdischen Religion und ihrer Einrichtungen wurde der Schutz der Gerichte angerufen; kurz gesagt, man suchte auf jede vernünftige Art und Weise das jüdische Selbstbewußtsein zu wecken und zu heben. Diese Bestrebungen waren, wie man sagen muß, von einem gewissen Erfolge gekrönt. So anerkennenswert die Leistungen auf diesem Gebiete aber auch gewesen sein mochten, sie hielten sich doch immer sozusagen an der Außenseite der Anforderungen, die unter den so gründlich veränderten allgemeinen Zeitverhältniffen an die deutsche Judenschaft gestellt werden mußten, sollten diese anders in ihrem Bestände überhaupt nicht auf das Ernstlichste gefährdet sein. Die Lösung dieses Teils der gestellten Aufgabe gestaltete sich ungleich schwieriger, und sie bedurfte auch ganz anders gearteter Waffen und Methoden. Es kam vor allem darauf an, in die deutsche Judenheit den rein jüdischen Geist wieder hineinzutragen, ihren Sinn für die eigene große Vergangenheit wieder zu erwecken, ihr Gemüt für die geistige und sittliche Bedeutung des Judentums wiederzugewinnen, vor allem für eine erweiterte und zugleich vertiefte Kenntnis und Erkenntnis des gewaltigen Schrifttums soviel als möglich Sorge zu tragen. Vornehmlich kam es darauf an, den leider nur zu lange vernachlässigt gewesenen Religionsunterricht in den mittleren und höheren Unterrichtsanstalten in seine gebührenden Rechte einzusetzen, den Unterricht in der hebräischen Sprache sorgfältig zu pflegen. Da war es dann zuförderst die gebieterische Forderung für die Beschaffung eines geeigneten Lehrkörpers die richtigen Mittel zu finden. Das war der Punkt, an dem hauptsächlich Männer wie Moritz Lazarus, Chajim Steinthal und Salomon Neumann unvergeßlichen Andenkens, ihre Bemühungen ansetzten. Und so konnte denn auch wirklich die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums 1872 ins Leben gerufen werden. Die preußische Unterrichtsverwaltung fand es unerträglich, einer rein jüdischen Lehranstalt den Namen einer Hoch-

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