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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 114

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Berliner Erinnerungen
Date
1926-01-01
Page
Seite 114 (sequence 3)
Language
German
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114 Von 10000 Talern erworben hatte, gab das für Presse und Gesellschaft einen wochenlang anhaltenden Gesprächsstoff ab. Leonor Reichenheim war es auch, durch dessen tatkräftiges Eingreifen der Brüderverein in den Besitz des Grundstückes Unter den Linden 4 a gelangte, das dann, hauptsächlich durch sein Betreiben, zu einem für die damalige Zeit überaus glänzenden Versammlungshause umgebaut wurde. Trat das Wirken dieses Mannes, sowie das seiner Brüder Ferdinand und Louis, so strahlend nach außenhin hervor, so glänzten die Liebermanns vor allen anderen jüdischen Familien Berlins durch eine unverhältnismäßig große Zahl ausgezeichneter Talente. Benjamin Liebermann, einer der Hauptbegründer der Berliner Kattunweberei, war langjähriger Vorsitzender der Korporation der Berliner Kaufmannschaft, ein Ehrenamt, dem zu jener Zeit eine sehr große Bedeutung zukam. Es wollte schon etwas bedeuten, wenn damals ein Jude durch die Verleihung des Titels eines Königlichen Geheimen Kommerzienrates ausgezeichnet wurde. In dem Geheimen Kommerzienrat Benjamin Liebermann fühlte sich die gesamte Berliner Judenschaft gleichsam persönlich mit geehrt und ausgezeichnet. Und nun das zweite Geschlecht: Max Liebermanns Künstlerschaft überstrahlt alle Lande; er zählt unter den größten seiner Genossen und sein Name wird fortleben in der Geschichte seiner Kunst. Sein Bruder Felix hat sich unter den Geschichtsforschern einen höchst geachteten Namen zu erwerben gewußt; er ist namentlich in England hoch geschätzt als gründlichster Kenner des englischen Kirchenrechts und anläßlich seines siebenzigsten Geburtstages wurde ihm von den Universitäten Oxford und Cambridge der Ehrendoktor verliehen. Ein dritter Liebermann, Karl, hat als Chemiker mitgearbeitet an dem wissenschaftlichen Aufbau der deutschen chemischen Industrie; sein Name verdient, neben dem eines August Wilhelm Hofmann, bei der Herstellung der Anilinfarben genannt zu werden. Und nun noch an letzter, aber lange nicht an unterster Stelle mag hier der Name einer edlen Frau stehen: Frau Fanny Reichenheim, geborene Liebermann; sie hat

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