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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 70

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Der Sohar
Date
1926-01-01
Page
Seite 70 (sequence 37)
Language
German
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70 horsam und die Tugendhaftigkeit seines Sohnes bewährt. — Auch der böse Trieb im Menschen wird in der Schrift mit einer Buhlerin verglichen; er ist der Prüfstein, an dem die Eottesfürchtigen erprobt werden.^) Gott soll man in Liebe und in Ehrfurcht dienen; allein Gottesdienst aus Liebe ist vollkommener und heiliger. Liebe ist das Geheimnis der Einheit; sie verbindet die höhere mit der niederen Welt zu einer Einheit, und dies ist der geheime Sinn des Schriftwortes: „Höre, Israel, Gott, unser Gott, ist einzig. Und du sollst Gott, deinen Gott, lieben."°°) VIII. Und in den Mittelpunkt seines großen Schöpfungswerkes hat Gott das jüdische Volk gestellt. Um Israel kreist gleichsam das ganze All. Das gesamte jüdische Schrifttum, von der Bibel bis zu einem großen Teil der neuhebräifchen Literatur, ist von der Vorstellung beherrscht, daß das jüdische Volk das Salz der Welt sei, die Krone der Schöpfung. Die Welt ist, wie es im Midrasch heißt, nur um Israels willen erschaffen worden. Dieser Gedanke des Auserwähltseins zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte jüdische Geschichte. Selbst die Propheten, die ja oft genug dem Ideal des reinen Universalismus das Wort redeten, sahen gleichwohl Israel als die Hauptfigur, als den Prototyp der Menschheit an. Durch das jüdische Volk allein und durch sein heiliges Land würde der Menschheit dereinst Heil widerfahren — „denn von Zion wird die Lehre ausgehen und Gottes Wort von Jerusalem" (Jes. 2, 3 und Micha 4, 2). „Das Licht der Völker", so nennt der Prophet (Jesaia 42,6) Israel. Auch Jesus sagt: „Das Heil kommt von den. Juden" (Ev. Joh. 4,22). Dieser Gedanke ist im Sohar noch deutlicher ausgeprägt und vertieft. Das jüdische Volk ist nicht bloß auf Erden ein einzigartiges, heiliges Volk, sondern gilt auch den Engeln im Himmel als heiliges Kleinod Gottes. Die ®5) ibid. II, 163. °°) ibid. II, 216.

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