Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Der Sohar
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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67 der Alten" ('Attika di-Attikin), dem „Verborgensten der Verborgenen" (Setima di-kol Setimin), um sich mit ihm zu vereinigen".^) Selbstverständlich werden nur die Seelen der wahrhaft Frommen und Gerechten gewürdigt, diese hohe Stufe Zu erreichen und sich nach dem Tode mit Gott zu vereinigen. Diese Seelen sind „höher als alle Himmelsfürsten und himmlischen Heerscharen". Nun entsteht die Frage: Wenn die menschlichen Seelen so hehr und heilig sind, weshalb hat Gott sie in diese Welt herabgesandt? Die Antwort wird durch ein Gleichnis veranschaulicht: „Ein König schickte einst seinen Sohn aufs Land, damit er dort heranwachse und nachher in den königlichen Palast zurückkehre. Als der Prinz im Dorfe groß gezogen worden war, traf der König feierliche Vorbereitungen, um den Prinzen herbeizuholen. Er rief die Königin, und diese brachte ihren Sohn mit großem Schaugepränge in das Königsschloß. Hier blieben nunmehr Vater, Mutter und Sohn im höchsten Elücksgefühl vereinigt. Als der Königssohn die Heimreise antrat, weinten alle Landsleute bitterlich, daß der Prinz sie nunmehr verlasse. Ein kluger Bauer, der zugegen war, sprach zu ihnen: Weshalb weint ihr denn? Begreift ihr denn nicht, daß der Königssohn nicht dauernd bei euch bleiben kann? Der König beruft ihn zurück, und er eilt freudig in die Arme seiner Eltern. — So hat auch Gott seinen Sohn, die große, heilige Seele, die seine „Matrone", die Schechina, ihm geboren hat, aufs Land, in diese trübselige Welt, geschickt, damit sie sich hier auf das ewige Leben in Gemeinschaft ihres Vaters vorbereite. Wenn die Seele sich hier zur Genüge vervollkommnet und für ihr ewiges, himmlisches Dasein vorbereitet hat, sendet Gott ihre Mutter, die Schechina, zu ihr, um sie heimzubringen. Die Menschen weinen und wehklagen nun über den Heimgang des Frommen. Die Verständigen unter ihnen wissen indes, daß der Wohnsitz der Seele nicht länger hier sein kann, sondern bei ihrem himmibid. II, 142.