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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 66

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Der Sohar
Date
1926-01-01
Page
Seite 66 (sequence 33)
Language
German
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66 und beide bilden dann eine Seele- Bei ihrer Ankunft trennen sie sich wieder: dem Manne wird die männliche, dem Weibe die weibliche Seele zugewiesen. Und wenn dann Mann und Weib sich in der Ehe finden, verschmelzen die beiden Seelen von neuem zu einer einzigen"^). Aber nicht die Seele allein kommt vom Himmel herab, um ein neugeborenes Kind zu beseelen. Ihr schließt sich eine Art Schattenbild an, das einer menschlichen Gestalt gleicht. Dieses Bild schwebt über dem Haupte des Mannes und der Frau, wenn sie einander nahen. Es ist das Urbild des ins Leben tretenden Kindes. Ohne dieses Urbild kann kein Mensch geboren werden. Es gesellt sich zu uns, wenn wir in diese Welt eintreten, geleitet uns auf unserem Lebenswege und ist mit uns, wenn wir die irdische Welt verlassen. Wenn das Urbild des zu erschaffenden Menschen sich anschickt, zur Erde hinabzusteigen, bereitet sich auch die dem neugeborenen Kinde entsprechende, ihm vorher bestimmte Seele für die Erdenwanderung vor. Sie erscheint vor Gott, mit einem überirdischen Antlitz geschmückt- So gelangen die beiden, Urbild und Seele, mit einem Angesicht bekleidet, in den Leib des Kindes . .?°). Die menschliche Seele besteht aus drei Teilen,-die hebräisch Nephesch, Ruach und Neschama heißen. „Sie sind ein einziges Wesen, untrennbar verbunden; gleichwohl sind sie verschieden: Nephesch besitzt kein eigenes Licht, sie ist eng mit dem Körper verknüpft. Ueber der Nephesch steht der Ruach (Geist), er beherrscht die Nephesch. Der Ruach teilt der Nephesch von seiner Strahlenfülle mit, soviel sie nötig hat. Die Neschama steht über dem Ruach, beherrscht ihn und verleiht ihm das Licht des Lebens. Nach dem Tode des Menschen hat die Nephesch keinen Ruach mehr, weil sie mit dem toten Körper im Grabe verbunden bleibt. Der Ruach kommt in den Garten Eden, während die Neschama sich zu ihrem Urquell erhebt, zum „Aeltesten 57) ibid. I, 91. 58) ibid- III, 104.

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