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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 65

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Der Sohar
Date
1926-01-01
Page
Seite 65 (sequence 32)
Language
German
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66 den übrigen Geschöpfen"). Und seine edle, heilige Seele, die ein reiner Abglanz der Weltseele, Gottes, war, — diese große Seele war jetzt befleckt und verdunkelt worden. Heiligkeit und Unreinheit, Licht und Finsternis mengten sich in ihr, und sie wurde trübe. Die erhabene Feinheit wich der Zwiespältigkeit, es entstand die Unreinheit, die „Schale"; die „andere Seite" erhob das Haupt, und große Gefahr drohte den heiligen Seelen in der Höhe, die bestimmt waren, zur Erde niederzusteigen, um den Menschen zugesellt zu werden- Sie fürchteten die Unreinheit, die auf Erden vorherrschend geworden war- „Jede Seele, bevor sie auf diese Welt herabsteigen soll, sträubt sich und betet zu Gott: Herr der Welt! Ich bin so glücklich bei dir, ich habe so große Angst vor der niederen Welt, wo man so leicht in die Irre geraten kann. — Doch Gott erwidert ihr: Von dem Tage an, da ich dich erschaffen habe, bist du bestimmt, zur Erde herabzusteigen ... So verläßt sie denn bekümmert ihren Wohnsitz und steigt zu den Menschen herab""). In Wirklichkeit gibt es jedoch auch andere Seelen, die sich zum Ausgange des Himmels geradezu drängen, um zur Erde herabzusteigen. Das sind die Seelen, die auf Erden sündigen und sich sthqn im Himmel von Gott entfernen"). (90) Die menschlichen Seelen hat Gott noch vor der Erschaffung der Welt ins Dasein gerufen. „Sie bestanden schon früher in derselben Gestalt wie nachher, als sie den menschlichen Leib beseelten- Gott hat sie alle beobachtet, und unter ihnen auch diejenigen erkannt, die einst auf Erden sündigen werden. So bestimmte er denn, welche Seele dem einen Menschen zugeteilt werden sollte, und welche dem anderen""). Die Seelen sind in männliche und weibliche eingeteilt. „Wenn die Stunde naht, da die Seele auf die Erdenwelt herabsteigen soll, vereinigt sich eine männliche mit einer weiblichen Seele, 53) ibid. I, 71. M) ibid. II. 77, 96. 65) ibid. III, 61. °°) ibid. II, 96. 5

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