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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 63

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Der Sohar
Date
1926-01-01
Page
Seite 63 (sequence 30)
Language
German
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und Sternen, die Erde samt Meeren, Strömen, Gebirgen und dem ganzen Tierreich, da blieben alle diese zahllosen Geschöpfe noch im Verborgenen und der Schöpfer ließ die Erde noch nicht beregnen, weil der Mensch noch nicht da war, den Boden zu bestellen; alles verharrte also um des Menschen willen in Untätigkeit. Erst mit der Erschaffung Adams gewann die gesamte Schöpfung Leben und Bewegung. Durch ihn kam planvolle Ordnung in die Natur „und die Zeit des Lobgesangs nahte heran"°°). VII. Sehr liebevoll beschäftigte sich die gesamte mystische Literatur der Juden mit Adam. Wie denn auch nicht? War dieser ja nicht „vom Weibe geboren", sondern unmittelbar aus Gottes Schöpferhand hervorgegangen. Selbstverständlich befaßt sich auch der S o h a r mit dem ersten Menschen in eingehendster Weise, und zwar in eigenartiger erzählender Form: „Der erste Mensch stand mit den Füßen auf der Erde und sein Haupt ragte in den Himmel empor. Gott verlieh ihm eine hohe, heilige Seele, damit er die obere und die niedere Welt, Himmel und Erde, in sich vereinige."^) Heilig und erhaben war der erste Mensch, der Gottessohn, bevor er in Sünde verfiel, „er erlangte die Weisheit, auf der ein Abglanz des Himmlischen Lichtes ruht." Auch „schenkte ihm Gott ein kostbares Kleid aus himmlischem Licht". Dieses Kleid trug Adam im Garten Eden- „Im Himmel gibt es ein -Buch, das die höchste heiligste Weisheit enthält. Aus dem Buche gingen zweiundsiebzig Wissenschaften hervor. Das heilige Buch war für die Engel gleichsam versiegelt; sie kannten seine heiligen Geheimnisse nicht. Dieses Buch sandte Gott dem Adam in den Garten Eden zu. Der erste Mensch las darin und erfuhr alle Mysterien, die keinem Engel und keinem Seraph offenbar sind. Als aber nach dem Sündfall Adam aus dem Garten Eden vertrieben wurde, flog ihm das Buch davon. °°) ibid. I, 97.

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