Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Der Sohar
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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60 der umständlichsten Weise. Und er weih sehr viel; ihm ist schlechterdings nichts verborgen. So ist ihm bekannt, daß „Gott schon unzählige Welten erschaffen hatte, ehe er unsere Welt hervorbrachte, aber alle jene Welten befriedigten den Schöpfer nicht, darum vernichtete er sie alle, bis er endlich unsere Welt ins Dasein rief." Der Sohar weih ferner zu berichten, dah „alle Dinge, alle Geschöpfe der Welt in ihrer wirklichen Gestalt schon vollendet waren, bevor sie greifbar in räumlich-zeitlicher Begrenzung ins Dasein traten. Auch die menschlichen Seelen existierten schon früher und schwebten vor Gottes Thron""). Zahllose Welten hat Gott erschaffen, unendlich ist auch die Zahl der Engel und himmlischen Heerscharen. Und doch sind alle Welten und Geschöpfe in ihrer unerschöpflichen Vielfältigkeit mit einemmal ins Dasein getreten- Wie ein Hammer, den man auf einen Eisenblock niedersausen läht, nach allen Richtungen hin Funken sprüht, also hat Gott in einem Augenblick die ganze unermeßliche Fülle der Geschöpfe gebildet"). Doch w i e hat Gott alle die zahllosen Welten erschaffen? „Komm und sieh! Als Gott sich anschickte, die Welt zu erschaffen, lieh er ein verborgenes Licht zum Vorschein kommen. Aus diesem einen Licht gingen alle Himmelslichter hervor, und aus diesem bildeten sich noch andere Lichter. Auf diese Weise entstand die obere Welt. Allein das große verborgene Licht breitete sich noch weiter aus und erzeugte eine Art nichtleuchtenden Lichts. Das nichtleuchtende Licht ist der Urgrund der niederen, irdischen Welt. Dieses nichtleuchtende Licht nun bedarf der Verbindung mit der oberen Welt, um von ihr Strahlen zu empfangen. Aber die Verbindung kann nur durch Vermittlung der niederen Welt zustande kommen. Durch diese Verbindung entstehen neue Heerscharen und unzählige Diener des Allerhöchsten""). Wir sehen also, wie die irdische und himmlische Welt eng miteinander *0 Sohar III, 61. «) ibid. I, 156. “) ibid.