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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 59

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Der Sohar
Date
1926-01-01
Page
Seite 59 (sequence 26)
Language
German
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59 Volkes. Gott selber küßt ihn und verleiht ihm Mut und Kraft für seinen großen Weg, den Weg der Erlösung Israels und der Schechina. Die Messiasgestalt im S o h a r ist ein echt jüdischer mystischer Typus. Allerdings schwingt in der Schilderung des Sohar manch ein Ton mit, der uns fast christlich anmutet, aber auch diese etwas fremdartig klingenden Motive sind in Wahrheit uraltes jüdisches Erbgut. Der Messtastyp des Sohar setzt sich aus alten jüdischmystischen Bestandteilen zusammen. Ein Teil seiner Wesenszüge geht noch auf die Bibel zurück, der größte Teil jedoch hat seinen Ursprung im apokryphischen Schrifttum und im Talmud, wozu dann noch neue Elemente kommen, die der S o h a r selbst beigesteuert hat. VI. Die Schöpfungsgeschichte („Maasseh Bereschith"), das Weltall und seine Entstehung, — mit diesem großen Problem haben sich die jüdischen Mystiker aller Zeiten ebenso wie die jüdischen Philosophen sehr angelegentlich beschäftigt. Schon bei den ersten jüdischen Mystikern, den Propheten, namentlich aber in dem alten mystischen Buche Hiob (Kap- 38—39) finden wir eingehende Auseinandersetzungen über dieses Zentralproblem menschlichen Nachdenkens. Der Sohar geht auch darin seine eigenen Wege, er äußert über das Mysterium der Weltschöpfung recht eigenartige und sinnige Gedanken. Seine Erzählungen und Aussprüche klingen wie Weissagungen eines alten Propheten oder wie Botschaften eines gottgesandten Engels, der das von ihm Verkündete unmittelbar aus Gottes Munde vernommen hat- Mit dem Schwung seiner unvergleichlichen Einbildungskraft, dem Pathos seiner tiefen Gläubigkeit und der Kraftfülle seiner religiösen Inbrunst berichtet uns der Sohar, auf welche Weise Gott die Welt samt ihren zahllosen Geschöpfen ins Dasein gerufen hat. Er erzählt uns auch, was es vor der Erschaffung dieser Welt gegeben hat. Für den Sohar gibt es keine ungelösten Fragen und keine Zweifel. Was er weiß, schildert er haarklein, in

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