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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 58

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Der Sohar
Date
1926-01-01
Page
Seite 58 (sequence 25)
Language
German
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68 Fürsten der Völker versammeln, und Eott wird Feuer, Hagel und riesige Schlotzen auf sie niederprasseln lassen, dah sie allesamt vertilgt werden"^). Jerusalem und Rom! Ein Abgrund klafft zwischen den beiden. Schon im Talmud (Sabbath 56) wird erzählt: Als König Salomo sich mit der Tochter Pharaos, des Erbfeindes der Juden, vermählte und sie nach Jerusalem heimführte, da sei zur Strafe für diese große Sünde der Grundstein zur Stadt Rom, der Zerstörerin Jerusalems, gelegt worden. „Der Erzengel Gabriel stieg herab und senkte einen Pfahl ins Meer, um den sich eine Sandbank bildete. Auf dieser wurde die große Stadt Rom erbaut". Jerusalem wurde zerstört, und seine Trümmer dienten zum Aufbau, zur Verherrlichung Roms. Durch den Messias wird Jerusalem wieder in neuer Pracht erstehen. Dann aber mutz Rom in Trümmer sinken- Diese Vorstellung erfüllt die gesamte mystische Literatur der Juden und durchdringt auch das Buch S o h a r. Wie plastisch und lebensvoll tritt uns die Gestalt des Messias im Sohar entgegen! Man sieht und spürt förmlich die große Gewalt seiner Persönlichkeit, die Doppelseitigkeit seines Wesens: auf der einen Seite seine grenzenlose Liebe und sein Mitleid mit den verfolgten Juden, die sich in tausendjähriger weher Ealuth-Sehnsucht nach ihm, ihrem Erlöser, verzehren; auf der änderen Seite erscheint er als strafender Rächer, der den gottlosen Völkern die Martern der Jahrtausende vergilt, die sie in so herzloser Weise den Kindern Israel zugefügt haben. Wir sehen seinen Triumphzug von Himmelshalle zu Himmelshalle, sehen ihn umringt und umworben von Engeln und Seraphim, von den Erzvätern und Frommen. Sie alle herzen und küssen ihn, segnen ihn mit der Fülle ihrer Liebe; doch zugleich panzern und wappnen sie ihn mit allerlei Kriegsgerät, auf daß er Rache nehme an den Peinigern des jüdischen 42) Sohar I, 119; II, 8/9.

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