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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 50

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Der Sohar
Date
1926-01-01
Page
Seite 50 (sequence 17)
Language
German
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50 Selbstverständlich ist es Aufgabe des Menschen, durch frommen und heiligen Lebenswandel die ihm innewohnende göttliche Heiligkeit zu bewahren und zu entfalten. Er muh sich Gott anschliegen, ganz in ihm aufgehen, in Ehrfurcht und Liebe Gott sein Leben hingeben. „Er mutz ihn zum unumschränkten Gebieter über jedes einzelne Organ seines Leibes einsetzen. Dies wird dem Menschen angerechnet, als hätte er Gott zum König des ganzen Weltalls ausgerufen. Das hohe Ideal der seelischen Vereinigung mit Gott, des Aufstiegs zur Stufe des „göttlichen Menschen", d. hzu jener Höhe geistiger Vollendung, in der das Leibliche und Sinnliche im Menschen völlig sublimiert wird und der Staubgeborene wie ein himmlisches Wesen auf Erden wandelt, — dieser Jdealzustand ist für den Juden im Galuth nahezu unerreichbar. Einst, einst, zur Zeit des Tempelheiligtums, da war der Jude sündenrein, heilig und gottnahe. Gott liebte und beschützte ihn wie ein Vater. Aber dann verstrickte er sich in häßliche Sünden gegen den himmlischen Vater und seineMenschenbrüder,verschuldetehierdurchdieZerstörung des Heiligtums und mutzte ins Exil wandern. Allein Gott hat seinen geliebten Sohn nicht völlig verlassen. Wohl wandte er sein Angesicht von ihm ab und entzog sich seiner Nähe, doch seine S ch e ch i n a, die „Matronitha" (Matrone), blieb bei ihren unglücklichen Kindern und begleitete sie auf ihrem Leidenswege unter den fremden Völkern. Sie trennte sich von ihrem himmlischen Gatten und folgte ihren Kindern ins Exil") Seither geleitet die Schechina Israel getreulich von Galuth zu Galuth, von Volk zu Volk, von Land zu Land. Sie nimmt teil an allen seinen Leiden und Martern. Doch die namenlosen Leiden Israels werden dereinst ein Ende nehmen: es naht der große Tag der Erlösung, des Messiasreiches. Und das Heil der Erlösung wird nicht Israel allein widerfahren, sondern 3°) ibid. II, 91; Tikkune Hasohar, 70. 37) Sohar I, 134.

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