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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 45

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Der Sohar
Date
1926-01-01
Page
Seite 45 (sequence 12)
Language
German
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45 mudstudium pflegten, davon so gut wie gänzlich unberührt blieben. Die philosophische Geistesrichtung ist der jüdischen Masse stets fremd geblieben. Vergeblich hat die aus fremden Gefilden, aus der griechischen Welt ins Judentum verpflanzte Philosophie versucht, hier heimisch zu werden und den ursprünglichen jüdischen Geist zu verdrängen. Das Judentum ist seinem Erundwesen nach durchaus volkstümlich, in ihm herrscht absolute Gleichheit, „denn die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig". Das Judentum ist eine Religion des Glaubens, der schlichten, auf Gefühl gegründeten Gläubigkeit. Dieses volkstümliche, schlichtgläubige, ursprüngliche Judentum hat die aristokratische Philosophie griechischer Herkunft mit Hilfe der jüdischen Denker in Spanien, insbesondere des gefeierten Maimonides, eine Zeitlang zurückgedrängt, ohne es tatsächlich bezwingen zu können. Maimonides äußert einmal, der vollkommene Intellekt gleiche dem des Aristoteles, und „alles, was Aristoteles mit Bezug auf die Dinge der sublunarischen Welt ausgesprochen habe, sei unzweifelhaft wahr"?") Nur hinsichtlich des Glaubenssatzes der Weltschöpfung wich er von den Lehren des Aristoteles ab. Die jüdisch-griechische Religionsphilosophie versuchte, den volkstümlichen Charakter des Judentums, die ungekünstelte, mystische Gläubigkeit der Massen zu überwinden und an ihre Stelle ein aristokratisches Judentum zu setzen, ein Judentum der nüchternen Logik und des abstrakten Denkens. Maimonides, der größte jüdische Denker jener Zeit, teilte die nach der Erkenntnis Gottes strebenden Menschen in verschiedene Kategorien ein. Er entwirft ein Gleichnis von einem König, der in den innersten Gemächern seines Palastes thront und dem seine Getreuen huldigen möchten. Einige von ihnen erlangen Einlaß in den Vorhof des königlichen Schlosses, können aber nicht weiter Vordringen. Anderen ist es vergönnt, das Vorzimmer des Audienzsaales zu betreten, sie werden aber vom König nicht empfangen. Und nur einzelne 29) Moreh Nebuchim II, 22.

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