Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 38

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Der Sohar
Date
1926-01-01
Page
Seite 38 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3111067-3111120-3118241--6827-3118318
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

38 beschirmte sein Verdienst allein das ganze damalige Menschengeschlecht, und so bedurfte es des göttlichen Bundeszeichens in der Höhe nicht. Aus allen diesen Einzelheiten ergibt sich, in wie hohem Maße das jüdische Volk Simon ben Jochai verehrte, und die Gläubigen der Kabbala insbesondere sahen nur in ihm den wahren Urheber des Sohar. Nur er, der mit allen Mysterien der Thora vertraut war, konnte ein derart heiliges, aus den geheimen Quellen der Thora gespeistes Werk zustande bringen. Allerdings ließen sich vereinzelte Stimmen von Zweiflern vernehmen, die an die Urheberschaft R. Simons nicht glauben konnten, allein diese Stimmen wurden von dem großen Chor der zahllosen Kabbalisten übertönt, die felsenfest davon überzeugt waren, daß nur R. Simon den Sohar geschrieben habe. Noch stärker breitete sich dieser Glaube im Volke aus durch die Stellungnahme der berühmten Kabbalisten R. Mose Cordovero, R- Isaak Luria und R. Chajjim Vital Calabrese, die alle in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Safed in Palästina lebten. Mose Cordovero sagte, Rabbi Simon ben Jochai und seine Genossen seien „die wahren Kabbalisten", sie hätten „die Mysterien aller Welten gekannt". Cordovero schrieb einen umfangreichen Kommentar zum Sohar, der weite Verbreitung fand, und in allen seinen Schriften kennzeichnete er R. Simon ben Jochai als einen Heiligen, als den wahren Urheber des Sohar und Vater der Kabbala"). Noch gewichtiger war die Meinung des „heiligen Löwen" R. Isaak Luria und seines Schülers R. Chajjim Vital über R. Simon ben Jochai und den Sohar, denn der „göttliche" R. Isaak Luria genoß höchste Verehrung im jüdischen Volke, und seine Aussprüche galten als autoritativ wie die der alten Talmudweisen. R- Isaak Luria trat den Zweiflern, die nicht glauben wollten, daß der Sohar ein Werk R. Simons sei, sehr heftig entgegen und rief aus: „Es “) Siehe die Einleitungen meiner hebräischen Schrift „Die kabbalistische Lehre des R. Mose Cordovero", Seite 26/27.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.