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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 37

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Der Sohar
Date
1926-01-01
Page
Seite 37 (sequence 4)
Language
German
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37 R. Simon ben Jochai wie ein vertrauter Hausfreund ein- und ausging. R. Simon ben Jochai gilt im Judentum von altersher als besonders heiliger Mann, der Wundertaten übte und vor dem es nichts Verborgenes im Himmel und auf Erden gab. Schon im Talmud werden viele Legenden und Wunder von ihm erzählt. So berichtet die talmudifche Ueberlieferung, daß R. Simon und fein Sohn R. Eleasar, um den Nachstellungen der römischen Behörden zu entgehen, sich dreizehn Jahre lang in einer Höhle verborgen hielten. Durch ein göttliches Wunder sproß am Eingänge der Höhle ein Johannisbrotbaum empor und entsprang dem Boden eine Wasserquelle; so bot sich den beiden in all den Jahren ihrer Verborgenheit Speise und Trank dar. In jener Höhle offenbarten sich ihnen alle Mysterien der Thora, dort erschien ihnen der Prophet EliiL). An anderer Stelle wird folgender Ausspruch R. Simons mitgeteilt: „Ich habe die göttlichen Männer betrachtet, und siehe, es gibt ihrer nur wenige. Ist ihre Zahl tausend, dann bin ich und mein Sohn darunter, sind es nur hundert, dann gehören wir beide gleichfalls zu ihnen, stnd's aber nur zwei, dann sind wir diese zwei"^). Ferner sagte er einmal: „Ich und mein Sohn vermögen kraft unserer verdienstlichen Werke alle Menschen, die vom Anbeginn der Welt bis zum heutigen Tage gelebt haben, von ihrer Schuld zu entsühnen""). Die Zeitgenossen hielten R. Simon ben Jochai für einen so begnadeten Frommen, daß seine Verdienste dem ganzen Zeitalter zugute kamen und bei seinen Lebzeiten das Bundeszeichen des Regenbogens am Himmel nicht sichtbar wurdet). Der Regenbogen ist nach der göttlichen Verheißung (Een. 9,11—17) ein Enadenzeichen dafür, daß Gott in seiner Barmherzigkeit die sündige Menschheit nicht wieder mit einer vernichtenden Flut heimsuchen werde. Zur Zeit Rabbi Simons aber 7) Talmud Tr. Sabbath 33b. 8) Sanhedrin 97b. -) das. 10) pal. Talmud, Berachoth, Abschnitt 9.

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