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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1926-01-01 · 27 (1926) · p. Seite 36

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
27 (1926)
Article
Der Sohar
Date
1926-01-01
Page
Seite 36 (sequence 3)
Language
German
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36 Gedanken sind tiefsinnig und sein Idiom, ein eigenartiges Aramäisch, bietet dem Verständnis des Wortstnnes manche Schwierigkeiten dar- Es gibt darum nur Wenige, die seine Worte richtig erfassen. Der Sohar selbst vergleicht sich mit der Arche Noahs, die nur wenige Menschen barg; so begriffen auch den Sohar „bloß zwei Menschen in einer Stadt und sieben in einem Lande, ja bisweilen nur ein Mensch in einer Stadt und zwei in einer Familie'"). Darum meinten die Kabbalisten, der Fromme sollte sich von der Unverständlichkeit des Sohar nicht abschrecken lassen und ihn dennoch „lernen", denn seiner Sprache selbst wohnt Heiligkeit inne, und mag man Wortlaut und Sinn auch nicht recht verstehen, so hat die bloße Beschäftigung mit dem Sohar die Wunderkraft, dem Lernenden etwas von dem „Geist der Heiligkeit" zuteil werden zu lassen^). II. Wer war der Verfasser des Sohar? In welchem Lande ist dieser entstanden? Manche Forscher haben sich um die Lösung dieser Fragen heiß bemüht, aber es ist bis jetzt nicht gelungen, eine befriedigende Antwort zu finden. Die Kabbalisten waren zu allen Zeiten fest überzeugt, daß Rabbi Simon ben Jochai, der um das Jahr 180 n. Ehr. in Palästina lebte, den Sohar verfaßt habe. Im Sohar selbst tritt R. Simon ben Jochai als Hauptperson und hervorragendster Wortführer auf; um ihn schart sich die „heilige Genossenschaft", die „große heilige Jdra" und die „kleine heilige Jdra"°), und diesen seinen Gefährten und Jüngern enthüllte er die Mysterien der Thora und die Geheimnisse der „himmlischen Wellen", die er vom „Aeltesten der Alten" (Gott) selber, oder vom „getreuen Hirten" (Moses), oder vom „Oberhaupt des himmlischen Lehrhauses", oder vom Propheten Elia vernommen hatte, der bei »1 ibid. III, 153. 5) S. Or Neeraw 3,3. «) Sohar III, 127-145; 286—296. — „Jdra", wörtlich Tenne — Versammlung, Versammlungsstätte.

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